So schlecht sprechen Aargauer Kinder Deutsch – jetzt kommt Test
Eine Sprachstandserhebung im Kanton Aargau zeigt: Fast 40 Prozent der Kinder sprechen schlecht Deutsch.

Im Kanton Aargau sorgt das Ergebnis eines Sprachtests an Kleinkindern für Aufsehen. Die Universität Basel hat in einem Bericht eine Sprachstandserhebung durchgeführt und neue Daten erhoben. 84 Gemeinden im Aargau haben sich an der Umfrage beteiligt.
Das Ergebnis: 37,6 Prozent der drei- bis vierjährigen Kinder sprechen schlecht Deutsch.
Wie die Bildungsdirektorin des Kantons Aargau, Martina Bircher (SVP), gegenüber SRF berichtet, sei sie nicht überrascht vom Resultat. Jedoch sei es alarmierend.
«Den Rückstand, den manche Kinder bereits beim Eintritt in den Kindergarten haben, können sie kaum aufholen», so Bircher.
Die Lösung des Problems liege laut der Politikerin in der Frühförderung und Sprachentwicklung. Ohne frühe Förderung hätten diese Kinder in ihrer gesamten Schullaufbahn einen Nachteil.

Im Bericht der Uni Basel heisst es dazu: «Die Analysen zeigen, dass Kinder, die eine Betreuungseinrichtung oder eine Spielgruppe besuchen, über signifikant bessere Deutschkenntnisse verfügen, als Kinder, die keine Betreuungseinrichtung oder eine Spielgruppe besuchen.»
Kinder brauchen Austausch
Weiter heisst es im Bericht, dass es eine Kausalität zwischen dem Deutschförderbedarf von Kindern und ihrem Umfeld gäbe.
«Über alle Gemeinden hinweg haben Kinder, welche einen Deutschförderbedarf aufweisen, weniger Kontakt zu Personen, die Deutsch sprechen», heisst es. Somit ist klar, dass sie Austausch brauchen, um eine Sprache zu erlernen.

Der Kanton Aargau hat die Studie in Auftrag gegeben, da ein neues Volksschulgesetz per Schuljahr 2026/27 in Kraft tritt.
Das Gesetz sieht vor, eine flächendeckende Erhebung der Sprachkenntnisse obligatorisch zu machen. Eineinhalb Jahre vor dem Kindergarteneintritt wird bei allen Kindern geprüft, wie gut sie Deutsch sprechen können.








