Schweizerkreuz-Zoff: Kybun verlagert Produktion ins Ausland

Simon Binz
Simon Binz

Zürich,

Nach dem Sportschuh-Hersteller On verlagert nun auch Kybun einen Teil seiner Produktion nach Italien. Grund ist die neue Swissness-Regel.

On
On-Schuhe mit dem Schweizerkreuz und dem Zusatz «Swiss Engineering». - On

Das Wichtigste in Kürze

  • Kybun verlagert einen Teil der Schuhproduktion von Sennwald nach Montebelluna (IT).
  • Rund 40 Arbeitsplätze im Rheintal sind von der Verlagerung betroffen.
  • Grund ist die neue Swissness-Regel — CEO Minder spricht von einem «bitteren Schritt».

Der ostschweizerische Schuhhersteller Kybun verlagert einen Teil seiner Produktion ins Ausland. CEO Claudio Minder verkündete den Schritt am Dienstag an einer Pressekonferenz des Schweizerischen Gewerbeverbands (SGV).

Rund 40 Arbeitsplätze im Rheintal sind demnach davon betroffen. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll im verbleibenden Schweizer Betrieb eine Anschlusslösung gefunden werden.

Findest du die neue Swissness-Regelung gut?

Grund für die Verlagerung ist die neue Swissness-Praxis des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum (IGE). Seit März 2026 dürfen Schweizer Firmen das Schweizerkreuz unter bestimmten Bedingungen auch auf Produkten anbringen, die im Ausland hergestellt werden.

Der Entscheid stösst beim SGV auf breite Ablehnung: Er benachteilige Schweizer KMU, die tatsächlich in der Schweiz produzieren, hiess es bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Kybun-CEO: «Wollen nicht als Musterknabe sterben»

Ausgelöst wurde die Regel-Anpassung laut der «NZZ» durch intensives Lobbying des Konkurrenten On. Der Zürcher Sportschuh-Konzern konnte damit seine Herstellung ins Ausland verlagern, ohne die «Swissness» zu verlieren. Nun folgt Kybun nach.

Minder erklärte an der Pressekonferenz des SGV: «Die Konsequenz ist bitter, aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht logisch: Wir haben entschieden, einen Teil der Schuhproduktion von Sennwald nach Montebelluna in Italien zu verlagern.»

Kybun Swissness On Schuhe
Kybun-CEO Claudio Minder gab am Dienstag bekannt, dass der Schweizer Schuhhersteller einen Teil seiner Produktion nach Italien verlegt hat. - Screenshot/Linkedin

Der Schweizer Schuhersteller fügte an: «Wir wollen nicht als Musterknabe sterben, während andere die Regeln zu ihren Gunsten ausgelegt bekommen.»

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Kommentare

User #3667 (nicht angemeldet)

Das Schweizer Kreuz ist nichts mehr wert. Es ist bloss eine Fantasie-Déco !

User #3441 (nicht angemeldet)

ich kaufe doch kein Produkt, wegen einer Regel.

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