Prosa, Spoken-Word, Essay oder Lyrik von Schweizer Autorinnen und Autoren sowie von Schreibenden, die in der Schweiz leben: Hier eine Auswahl an neuen Werken, die im Mai für Gesprächsstoff sorgen werden.
Flohmarkt Wochenende Symbolbild
Eine Frau sucht an einer Börse nach einem Buch.(Symbolbild). - Pixabay/Gerd Altmann

Das Wichtigste in Kürze

  • Max Küng: «Fremde Freunde».

Kein & Aber, 480 Seiten. (Erscheint am 11. Mai)

Die Dynamik einer nicht ganz freiwilligen Gemeinschaft macht Max Küng zum Thema seines Romans. Küng, einem breiten Publikum auch als Kolumnist und Reporter beim Magazin des «Tages-Anzeigers» ein Begriff, versetzt drei Elternpaare und ihre drei Kinder für sechs Tage in ein Ferienhaus in Frankreich. Unter der glatten Oberfläche in der Ferienidylle beginnt es zu schwelen, es tun sich Abgründe auf.

Adelheid Duvanel: «Fern von hier». Limmat Verlag, 540 Seiten. (Erscheint am 12. Mai)

Adelheid Duvanel (1936-1996) war Schriftstellerin und Malerin. Sie hat zumeist kurze Erzählungen geschrieben, die versehrte Existenzen in fatalen Verhältnissen ins Zentrum rücken. Als Meisterin der kurzen Form verstand sie es, die häufig düsteren Texte mit hintergründiger Komik aufzuhellen. Der Limmat Verlag hat nun erstmals alle in Büchern erschienenen und einige der in Zeitschriften publizierten Erzählungen in einem Band zusammengeführt.

Yusuf Yeşilöz: «Nelkenblatt». Limmat Verlag, 160 Seiten. (Erscheint am 12. Mai)

Yusuf Yeşilöz hat in seinem Roman «Hochzeitsflug» (2011), der nun in der Verfilmung von Gitta Gsell unter dem Titel «Beyto» in den Kinos zu sehen ist, die Perspektive eines jungen schwulen Türken eingenommen. In seinem neuen Roman nähert er sich zwei Frauen und deren feiner Beziehung: der alten Elsa, die nach einer Herzoperation weiss, dass sie nicht mehr allzu lange zu leben hat und ihrer Betreuerin Pina, einer jungen Migrantin, die aus politischen Gründen aus ihrer Heimat geflüchtet ist.

Jonas Lüscher/Michael Zichy (Hrsg.): «Der populistische Planet». C.H. Beck, 191 Seiten. (Erscheint am 13. Mai)

Der Schweizer Autor Jonas Lüscher und der österreichische Philosoph Michael Zichy haben für ihr Sachbuch Denkerinnen und Denker aus unterschiedlichen Ländern rund um die Welt versammelt. Sie stellen in ihren Texten die immer gleichen Erzählungen rechter und linker Populisten zur Debatte. Im Übrigen werden Lüscher wie auch die Russin Maria Stepanova, die ebenfalls mit einem Beitrag im Buch vertreten ist, an den Solothurner Literaturtagen an einem Podium zum Thema auftreten.

Johanna Lier: «Amori. Die Inseln». Verlag Die Brotsuppe, 384 Seiten. (Erscheint am 15. Mai. Der Termin wurde wegen zusätzlicher Abklärungen vom Februar auf den Mai verschoben.)

Neun Frauen und Männer aus dem Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos erzählen von Hunger, Kälte, Hitze, Warten, Gewalt und dem Kontrollverlust über das eigene Leben; sie präsentieren ihre eigenen Vorstellungen von persönlicher Erfüllung und Freiheit. In ihrem dokumentarischen Bericht mit literarischen Mitteln rückt Johanna Lier, Schauspielerin, Dichterin und Journalistin, das Individuum ins Zentrum.

Francesco Micieli: «Der Auftrag». Verlag Die Brotsuppe, 96 Seiten. (Erscheint am 31. Mai)

«Der Auftrag» ist eine Sammlung von Gedichten darüber, was der Autor und Hochschuldozent Francesco Micieli tagtäglich als Welt erfährt. Erzählt werden diese Beobachtungen allerdings von einer Person, einer lyrischen Stimme namens Helena. Sie glaubt einen Auftrag zu haben, doch weder was dieser Auftrag sein soll, noch wer der Auftraggeber sein könnte, wird der Leserin und dem Leser mitgeteilt. Vielmehr zeigt diese Lyrik feine Irritationen, Haarrisse auf den Bildern des Alltags.

Weitere:

Marie Brunntaler: «Piz Palü». Roman. Eisele Verlag, 256 Seiten. (Erscheint am 3. Mai)

Jan Bachmann: «Der Kaiser im Exil». Graphic Novel. Edition Moderne, 160 Seiten. (Erscheint am 6. Mai)

«Die Phantasie ist der Sonntag der Erinnerung. Zuger Anthologie der ost- und mitteleuropäischen Literaturen». Essais Agités, 290 Seiten. (Erscheint am 16. Mai)

Sabine Haupt: «Lichtschaden. Zement». Roman. Verlag Die Brotsuppe. 352 Seiten. (Erscheint am 31. Mai)

Jean Prod'hom: «November». Verlag Die Brotsuppe. 288 Seiten. (Erscheint am 31. Mai)

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