Schüsse an Aarau-Rave erschüttern Schweizer Sicherheitsgefühl
In der Nacht auf Sonntag wurde an einem Rave in Aarau geschossen. Eine Person starb, fünf Menschen wurden verletzt. Das Neuste liest du im Ticker von Nau.ch.

In der Nacht auf Sonntag kam es in Aarau zu einer Tragödie.
An einem Rave im Schachen kam es aus noch unbekannten Gründen zu Schüssen. Eine 22-Jährige – die Italienerin Maria S. – kam dabei ums Leben. Sie war erst vor kurzem in die Schweiz gezogen, um hier zu arbeiten.
Fünf weitere Menschen, darunter vier Schweizer, wurden bei der Schiesserei verletzt.
In der Nacht auf Montag gelang es der Polizei schliesslich, einen tatverdächtigen 43-jährigen Schweizer festzunehmen. Ob es sich um den Täter handelt und welches Motiv er für die Tat hatte, ist noch unklar.
Weitere Informationen will die Kantonspolizei Aargau erst am heutigen Mittwoch um 14 Uhr geben.
Die neusten Entwicklungen zur Schiesserei in Aarau liest du im Ticker von Nau.ch:
Am Sonntag kam es in Aarau zu tödlichen Schüssen auf einen Rave. Das habe Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl in der Schweiz, erklärt Kriminologin Ineke Pruin gegenüber SRF.
Denn die Schweiz bezeichne sich als extrem sicher. Doch bei jedem Unglück oder jeder Gewalttat würden die Menschen realisieren, dass auch hier etwas passieren könne.

Pruin meint dazu: «Dann setzt das Gefühl ein, dass alles gefährlich und niemand mehr sicher ist.» Das Problem dabei sei, dass die tatsächliche Sicherheit und das Sicherheitsgefühl nicht dasselbe seien.
Denn, so die Kriminologin: «Ich kann mich extrem verunsichert fühlen, auch wenn ich eigentlich statistisch gesehen total sicher bin.»
Die tödlichen Schüsse am Aarauer Rave haben am Wochenende eine 22-jährige Italienerin aus dem Leben gerissen. Maria S. war erst vor Kurzem in die Schweiz gezogen.
Nun haben die Eltern von Maria die Leiche offiziell identifiziert. Die formellen Verfahren fanden am frühen Dienstagnachmittag in Basel statt.

Nach dem wohl schwierigsten Moment ihres Lebens hielt die Mutter ihre Erinnerungen in einem Brief fest. Das berichtet die italienische Zeitung «Il Pescara».
«Ich habe gerade diesen Raum verlassen, ich habe den verheerendsten Moment hinter mir: Dich ein letztes Mal anzusehen, diese schmerzhafte Identifizierung vorzunehmen.»
In dem Brief beschreibt sie auch die Geburt ihrer Tochter und die ersten Momente mit ihr. «Du warst eine unendlich ersehnte Tochter. Ich werde nie vergessen, wie ich dich zum ersten Mal in die Arme genommen habe.»
Die Mutter schildert ihren grossen Schmerz. «Ich schreibe dir diese Worte mit gebrochenem Herzen, dem Herzen einer Mutter, das für immer zerbrochen ist.»

Maria S. lebte seit einigen Monaten in der Schweiz. Sie hatte ihrer Mutter von ihrer Freude über den neuen Lebensabschnitt erzählt.
«Du hast mir gesagt, dass du endlich glücklich bist, dass du dich erfüllt fühlst, dass du buchstäblich wiedergeboren bist. Du sprühst vor Freude aus jeder Pore, du warst ein Vulkan voller Lebenskraft.»
Doch die Mutter gesteht in dem Brief auch, dass sie eine «Vorahnung» gehabt habe. «Mütter spüren solche Dinge», schreibt sie.








