Schulprobleme belasten Kinderarztpraxen zunehmend
Immer mehr Kinder landen wegen Schulproblemen beim Arzt. Laut einer neuen Studie sind 44 Prozent der Kinderärztinnen und Kinderärzte mindestens einmal täglich mit dem Thema konfrontiert.

Eine grosse Mehrheit der befragten Medizinerinnen und Mediziner beobachtet über ihre Berufsjahre hinweg eine Zunahme solcher Fälle, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag der Stiftung Mercator Schweiz zeigt. Die Befragung von 469 Kinderärztinnen und Kinderärzten ergab, dass 89 Prozent von ihnen diesen Trend feststellen.
Die Symptome der Kinder variieren je nach Alter. Im Kindergartenalter äusserten sich Belastungen oft durch Bauchschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Auf der Sekundarstufe kämen Schulabsentismus, depressive Verstimmungen oder Essstörungen hinzu. Rund die Hälfte der Befragten gab an, in dieser Altersgruppe auch suizidale Gedanken zu beobachten.
Als Hauptursachen für die Probleme nannten die Befragten Mobbing, eine Unter- oder Überforderung durch den Lernstoff sowie Beziehungsprobleme mit Lehrpersonen. Viele Familien suchten ärztliche Hilfe, um über eine Diagnose Zugang zu Therapien oder schulischen Nachteilsausgleichen zu erhalten.
Eine grosse Mehrheit von 95 Prozent der befragten Kinderärzte ist überzeugt, dass ein Teil der Probleme besser mit schulischen als mit medizinischen Massnahmen vermieden werden könnte. Als Lösungsansätze nannten die befragten Experten unter anderem kleinere Klassen, eine Entlastung beim Bewertungsdruck und eine stärkere Berücksichtigung des individuellen Entwicklungsstandes der Kinder.






