Der oberste Schulleiter fordert wegen den drohenden Schulschliessungen schweizweit einheitliche Regeln. Damit soll das Verständnis bei den Eltern erhöht werden.
Die Schweizer Schulleiterinnen und -Leiter wünschen sich schweizweit einheitliche Regeln für den Fall, dass viele Lehrkräfte ausfallen. (Symbolbild)
Die Schweizer Schulleiterinnen und -Leiter wünschen sich schweizweit einheitliche Regeln für den Fall, dass viele Lehrkräfte ausfallen. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/ANTHONY ANEX

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen Omikron drohen Schweizer Schulen möglicherweise der Ausfall mehrere Lehrpersonen.
  • Der oberste Schulleiter fordert deshalb bei Schulschliessungen einheitliche Regeln.
  • So könnte das Verständnis bei den Eltern erhöht und die Planung vereinfacht werden.

Thomas Minder, der Präsident des Vereins der Schulleiterinnen und Schulleiter, geht davon aus, dass wegen Omikron demnächst viele Lehrpersonen gleichzeitig ausfallen werden. «Im Extremfall muss man wieder auf Fernunterricht umstellen», sagte er am Mittwoch in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger».

Die grösste Schwierigkeit sei, wenn man Schülerinnen und Schüler in Präsenz unterrichten und gleichzeitig Fernunterricht abhalten müsse. «Man muss sich dann überlegen, ob man nicht alle Schüler daheim lässt», sagte Minder.

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Wegen der Omikron-Welle könnten viele Lehrpersonen ausfallen. In der Schweiz drohen deshalb Schulschliessungen. - Keystone

Ob ganze Schulen geschlossen würden, müssten aber die Kantonsärztinnen und -Ärzte entscheiden. Allerdings wäre das gemäss Minder für die Eltern schwierig, die dann die Betreuung zuhause sicherstellen müssten und nicht zur Arbeit gehen könnten.

Schweizweite Lösung gefordert

Es brauche nun eine schweizweite Lösung. «Wir befürworten ein Massnahmenkonstrukt mit Eskalationsstufen, das für die ganze Schweiz gelten würde. Wo man je nach Schweregrad entsprechende Massnahmen trifft», sagte Minder.

Die Schweiz sei aber weit von einer solchen Lösung entfernt, jeder Kanton habe seine eigenen Regeln. Die Kantone hätten zudem ihre Schutzmassnahmen nicht untereinander abgesprochen. Darunter leide die Akzeptanz und die Glaubwürdigkeit der Massnahmen.

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Thomas Minder, Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz. - Screenshot SRF-«10vor10»

Minder äusserte sich eher ablehnend zum Vorschlag, alle Schulen für eine bestimmte Zeit zu schliessen. Es sei klar, dass die Qualität von Fernunterricht gar nicht die gleiche sein könne wie Unterricht in Präsenz. «Wir Menschen stehen in Beziehungen zueinander, der Mensch ist ein analoges Wesen.»

Es sei zudem sehr speziell, dass es eine Diskussion über eine generelle Schulschliessung gebe, während immer noch Massenveranstaltungen mit bis zu 10’000 Leuten statt finden, sagte Minder.

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