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    Schrfitsteller Muschg schockiert im SRF mit Auschwitz-Aussage

    Elisa Jeanneret
    Elisa Jeanneret

    Zürich,

    Der Zürcher Dichter Adolf Muschg macht im SRF einen kontroversen Vergleich: Cancel Culture seine eine «Form von Auschwitz». Dies wird scharf kritisiert.

    Adolf Muschg Buchmesse
    Adolf Muschg, hier an der Frankfurter Buchmesse 2018. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Schon lange ist Adolf Muschg ein bekannter Schweizer Schriftsteller.
    • Im SRF-Format «Sternstunde Philosophie» macht er nun einen schwierigen Vergleich.
    • Demnach sei die «Cancel Culture» eine «Form von Auschwitz».

    Im SRF-Format «Sternstunde Philosophie» diskutieren Gäste und Moderatoren über alles. Auch kontroverse Themen werden thematisiert. So etwa: Rassismus, Feminismus und Corona-Politik. Häufig werden Intellektuelle eingeladen, um zu philosophieren.

    In der letzten Folge war der Schweizer Schriftsteller Adolf Muschg zu Gast. Muschg gehört zu den grössten und bekanntesten Autoren und Dichter der Schweiz. Er war Zeitgenosse von Friedrich Dürrenmatt oder Max Frisch, hat in den 70er-Jahren als SP-Mitglied für den Ständerat kandidiert. Und hat die Präambel der schweizerischen Verfassung geschrieben.

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    Interview mit Adolf Muschg in der «Sternstunde Philosophie». - SRF

    Adolf Muschg nennt Widersprüche «Inkonsequente Weisheiten»

    Das Thema des Gesprächs auf SRF mit Muschg: «Wie geht Lebenskunst?» Nach etwa einer halben Stunde geht es darum, mit Widersprüchen zu leben. Muschg ist nämlich sehr interessiert am Zen-Buddhismus, eine Philosophie, die in Japan praktiziert wird. Er hielt sich eine Zeit lang selbst in einem Zen-Kloster auf.

    Buddhismus
    Ein buddhistischer Mönch trägt eine Buddha-Statue. - Keystone

    Dort erlebte der Zürcher viele Handlungen, die im Gegensatz zu den strengen Regeln standen: «Inkonsequente Weisheit», so nennt der Autor dieses Phänomen. Und dieses fehle in der heutigen Gesellschaft.

    Zoff um «Cancel Culture» auf SRF

    «Nehmen Sie die ‹Cancel Culture›, die wir heute haben», sagt Muschg. «Dass man abgeschrieben wird, wenn man bestimmte Zeichen von sich gibt.» Zur Erläuterung: Die «Cancel Culture» besteht darin, Personen zu «canceln», also ihnen keine Beachtung mehr zu schenken. Meistens geschieht das in Diskursen rund um Rasse oder Feminismus.

    Auschwitz KZ
    Im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurden 1,1 Millionen Menschen ermordet. - AFP/Archiv

    Aus Sicht Muschgs ist diese Kultur «eine Form von Auschwitz»: «Ein falsches Wort und du hast den Stempel.» Das sei nicht nur «inhuman», so der Zürcher, sondern zeuge auch von einer «Interesselosigkeit an den eigenen Widersprüchen».

    «Man will Leute disqualifizieren, die Schwarze disqualifizieren», erklärt Muschg bei SRF weiter. Das sei ehrenwert, aber die Disqualifikation gerate «ins genau gleiche faschistoide Fahrwasser»; sie schliesse «Andere» aus. Die Menschen mit dem «Stempel» kämen dann als Gesprächspartner nicht mehr in Frage.

    Der Vergleich mit Auschwitz ist kein leichtfertiger. Adolf Muschgs Aussage wird in den sozialen Medien denn auch heftig kritisiert.

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    In Auschwitz seien über eine Million Menschen ermordet worden, sagt zum Beispiel Journalist und Rechtsextremismus-Kenner Fabian Eberhard. «Cancel Culture» sei also «keine Form von Auschwitz».

    Muschg Kritik Twitter
    Der Auschwitz-Vergleich von Adolf Muschg wird kritisiert. - Screenshot Twitter

    Der leichtfertige Vergleich macht eine Nutzerin «fassungslos». Eine andere Person schätze Muschg zwar: «Aber manchmal sollte man auch dazu stehen, etwas Dummes gesagt zu haben.»

    Muschg Kritik
    «Gesprächsverweigerung war nicht, was in Auschwitz passierte», schreibt jemand. - Screenshot Twitter

    Gesprächsverweigerung, also das Ziel von «Cancel Culture», sei nicht, «was in Auschwitz passierte». Auch der Satiriker Adrian Vetter ist vom Vergleich Muschgs irritiert.

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    Dass einer wie Adolf Muschg «dessen Beruf das Denken und Formulieren ist», so etwas sage, könne Vetter nicht fassen.

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