Schon ab 9 Uhr! Schweizer bestellen Sex Toys an eigene Büroadresse

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Zürich,

Einige planen ihren Feierabend schon im Büro. Und bestellen sich das passende Sex-Spielzeug gleich an den Arbeitsplatz. Nau.ch kennt die Details.

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Ein Influencer wundert sich, dass Just Eat jetzt auch Sex Toys verkauft. - instagram @leantan_nty

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Essens-Lieferdienst Just Eat liefert jetzt auch Sex Toys.
  • Schweizer decken sich schon um 9 Uhr morgens mit Kondomen und Co. ein.
  • Besonders viele Bestellungen gehen an Firmenadressen.

«Was stimmt eigentlich mit Just Eat nicht», fragt sich der Solothurner Influencer @leantan_nty alias Natnael in einem neuen Instagram-Video.

Er findet: Der Firmenname – auf Deutsch «einfach Essen» – passe längst nicht mehr nur zu Just Eat.

Denn neben Pizza und Dürüm liefert der Dienst heute auch Hundefutter oder Blumen. Und ja: Sogar Erwachsenen-Spielzeug.

«Was hat das mit Essen zu tun?», fragt sich Natnael. Das Kopfkino beginnt sofort.

«Stell dir vor, du bist ein Just-Eat-Bote und gehst zu Magic X. Um einer Regula einen ‹Armando› oder einem Lukas einen ‹Cockcock3000› zu liefern», sagt Influencer Natnael. Und wundert sich: «What?»

Tatsächlich: Seit letztem Sommer arbeitet der Essenslieferant mit dem Erotikexperten zusammen.

«Just Eat kooperiert exklusiv mit Magic X», hiess es in einer Mitteilung stolz. «Über die Plattform sind nun rund 1500 Selfcare-Artikel wie Kondome, erotische Spiele oder Geschenke verfügbar. Die Lieferung erfolgt in weniger als 45 Minuten ab Bestelleingang.»

Die Partnerschaft folge dem Prinzip der «Instant Gratification» – also der sofortigen Befriedigung von Wünschen und Bedürfnissen.

«Sofortiges Vergnügen» gewünscht

Oder, wie es das Unternehmen formuliert: «Der Wunsch nach sofortigem Vergnügen, der in unserer digitalisierten Gesellschaft durch schnelle Verfügbarkeit und unmittelbare Belohnung zur Selbstverständlichkeit geworden ist.»

Auf Anfrage von Nau.ch verrät Just Eat nun erstmals, wie heiss es auf der Bestell-App tatsächlich zu und hergeht.

Die Antwort fällt vielsagend aus: «Wir sind mit der Partnerschaft sowie dem bisherigen Bestellvolumen sehr zufrieden.» Das Angebot treffe einen «klaren Bedarf der Konsumenten».

Wo kaufst du Sex Toys?

Konkrete Zahlen nennt Just Eat nicht. Die Nachfrage sei dynamisch. «Im letzten Jahr war Zürich noch auf Platz 1. Aktuell führt Genf das Ranking an, gefolgt von Zürich, Bern, Dietlikon und Basel.»

Bei den Bestsellern liegt Gleitmittel «mit deutlichem Abstand» vorne. Dahinter folgen Vibratoren. Besonders gefragt: Das Modell «European Lover 23 cm».

Kondome gehen gleich im 100er-Pack über den Tresen. Auch Masturbatoren und Analspielzeug gehen weg wie warme Weggli.

Just Eat liefert auch an Firmenadressen

«Erstaunlich ist dabei vor allem die Vielfalt der Lieferadressen», verrät Just Eat. «Es zeigt sich, dass diese Produkte nicht nur in privaten Haushalten, sondern auch an Firmenadressen bestellt werden.»

Wie bitte?

Bei Büro-Bestellungen dürfte besonders geschätzt werden, dass die Pakete diskret verpackt ankommen.

Büros
Besonders viele Bestellungen gehen an Firmenadressen. - pexels

Bestellt wird vor allem von Frauen und Paaren zwischen 20 und 45 Jahren.

«Es sind meist junge Menschen, die den Komfort von Lieferdiensten aus ihrem Alltag kennen: Für sie ist es selbstverständlich, dass nicht nur die schnelle Mahlzeit unkompliziert und schnell verfügbar ist. Sondern auch Produkte des täglichen Bedarfs oder, in diesem Falle, des persönlichen Wohlbefindens.»

Schweizer bestellen schon um 9 Uhr Sex Toys

Morgenstund hat auch hier Gold im Mund. «Die frühesten Bestellungen gehen bereits ab 9 Uhr morgens ein.»

Die grösste Nachfrage gibt es zwischen 15 und 17 Uhr – pünktlich, wenn der Feierabend näher rückt. «Der stärkste Wochentag ist der Freitag, gefolgt vom Montag und Samstag.»

Doch auch zwischen 18 und 19 Uhr geht regelmässig die Post ab.

Bestellt wird übrigens getrennt: Essen hier, Erotik dort. «Es kommt aber vor, dass jemand etwas von Magic X bestellt und später dann noch etwas zu essen liefern lässt. Vielleicht klingt das klischeehaft, aber wir sehen das tatsächlich ab und zu.»

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Kommentare

User #6275 (nicht angemeldet)

Die tun mir echt leid.... früher war das viel einfacher, da hat man dafür den Büro-Kollegen zum Abendessen eingeladen und sich einen schönen Abend gemacht, und ebenso in der Mittagspause..... es war so viel einfacher, viel menschlicher noch.

User #2036 (nicht angemeldet)

Im Büro ist es ja auch immer langweilig. Und irgendwann ist man ausgeschlafen und mag auch keinen Kaffee mehr.

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