SBB vergibt nächsten Grossauftrag ins Ausland
Die SBB wendet sich für einen Grossauftrag erneut ans Ausland. Mit Stadler Rail ist auch ein Schweizer Unternehmen am 1,5 Mrd. schweren Projekt beteiligt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein 1,5 Mrd. schwerer Auftrag der SBB geht u. a. an den japanischen Konzern Hitachi Rail.
- In den nächsten 20 Jahren soll das Schweizer Bahnnetz digitalisiert werden.
- Zuletzt vergab die SBB einen anderen Grossauftrag ins Ausland.
Mit einem LinkedIn-Post gibt der japanische Bahntechnikkonzern Hitachi Rail am Wochenende die Teilnahme an einem rund 1,4 Milliarden Franken schweren Grossauftrag der SBB bekannt. Nach dem Siemens-Wirbel geht damit ein weiterer Grossauftrag der SBB an einen Konzern aus dem Ausland.
Beteiligt sind aber auch Siemens und der Schweizer Zughersteller Stadler Rail. «Der Grossteil der Arbeiten wird bei allen drei Herstellern in der Schweiz erledigt», schreibt die SBB am Mittwoch in einer Mitteilung. Der Auftrag geht also nicht ausschliesslich ins Ausland.
«Wie gross die einzelnen Aufträge an die einzelnen Hersteller sein werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden», schreibt die SBB. «Bei jedem künftigen Auftrag können sich die Unternehmen innerhalb der Lose bewerben: Los 1 Hitachi und Siemens, Los 2 Hitachi, Siemens und Stadler.»
Digitalisierung des Bahnnetzes
Das Schweizer Bahnnetz wird im Rahmen des Auftrags digitalisiert. Dazu würden in den nächsten 20 Jahren rund 80 Prozent der bestehenden Stellwerke ersetzt, heisst es im LinkedIn-Post von Hitachi. Die ersten digitalen Stellwerke sollen nach erfolgreicher Erprobung voraussichtlich 2029 in Betrieb genommen werden.
Auf dem LinkedIn-Foto ist SBB-Chef Vincent Ducrot zu sehen, der mit dem Hitachi-Verantwortlichen Kurt Sauerwein die Hand schüttelt. «CH Media» berichtete zuerst vom Treffen.

Die Stellwerke stammen teilweise noch aus den 1950er-Jahren. Das Projekt sei nun ein Meilenstein, schreibt Hitachi Rail.
Auftrag im Oktober kommuniziert
Der Post des japanischen Konzerns wurde bereits am Wochenende abgesetzt, eine Medienmitteilung der SBB gab es in den letzten Tagen keine. Im Oktober wurde hingegen angekündigt: «Die SBB hat die Rahmenverträge für Stellwerke im Umfang von 1,4 Milliarden Franken an Hitachi, Siemens und Stadler Rail vergeben.»
«Letzte Woche hat lediglich die finale Vertragsunterzeichnung mit allen drei Unternehmen stattgefunden und wurde entsprechend auf LinkedIn kommuniziert», erklärt die SBB.
SBB-Chef Ducrot schrieb auf LinkedIn: «Ab 2029 gehen die ersten neuen digitalen Stellwerke in Betrieb. Wir setzen den digitalen Wandel konsequent fort für ein leistungsfähiges, resilientes und zukunftsfähiges Bahnsystem in der Schweiz.»
SBB wählte zuletzt Siemens
Im November vergab die SBB einen Auftrag für 116 Doppelstockzüge an den deutschen Siemens-Konzern. Der Schweizer Zughersteller Stadler Rail legte daraufhin Rekurs ein.
Die Vergabe des Grossauftrags sorgte für Wirbel. 65 Prozent der Bevölkerung gaben in einer Umfrage an, die Vergabe an Siemens «nicht» oder «eher nicht» zu unterstützen.












