13'000 Mitarbeiter der SBB erhalten eine Einladung fürs Apéro. Doch gedacht war diese nur für wenige Büro-Angestellte. Mitarbeiter und Gewerkschaft sind sauer.
SBB SEV Kontrolleur Zug
Der SEV kritisiert die SBB für ihr Verhalten gegenüber Mitarbeitenden. (Symbolbild) - SBB

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SBB lud 13'000 Mitarbeitende zum Apéro ein.
  • Ein Versehen: Kurz darauf wird ein Grossteil wieder ausgeladen.
  • Lokführer und Zugbegleiter sind hässig – die ÖV-Gewerkschaft steht hinter ihnen.
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Unter Mitarbeitenden der SBB sorgt eine Apéro-Einladung für rote Köpfe. Aus Versehen werden 13'000 Mitarbeitende eingeladen, darunter auch Lokführer und Zugbegleiter.

Wenige Minuten später folgt die «Entschuldigung»: Die Einladung sei nur für wenige Büro-Mitarbeitende gedacht gewesen. Dennoch pflege man selbstverständlich für sämtliches Bahnpersonal «grosse Wertschätzung».

Doch das kommt nicht gut an: «Ich bin enttäuscht und hässig», findet etwa ein SBB-Mitarbeiter. Und auch bei der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) sorgt dies für Kopfschütteln.

«Aus unserer Sicht ist der Vorfall peinlich», so Mediensprecher Michael Spahr auf Anfrage von Nau.ch. Dass die Bahngesellschaft das Personal auslade und gleichzeitig betone, wie gross die Wertschätzung sei, «wirkt sehr unglaubwürdig».

Verstehen Sie den Frust der versehentlich eingeladenen SBB-Mitarbeiter?

Seit dem Vorfall erhalte der SEV laufend Rückmeldungen von «massiv verärgerten SBB-Mitarbeitenden». Aber auch die «lustigen Memes», die in diesem Zusammenhang entstanden seien, würden im Posteingang der Gewerkschaft landen.

Kommt es bei Mitarbeitenden der SBB jetzt zum Aufstand?

Für den SEV ist klar: «Viele Mitarbeitende geben tagtäglich ihr Bestes zum Wohle der Kundinnen und Kunden: Sei es auf den Zügen, im Unterhalt im Rangier oder der Reinigung.»

SBB
Dieses Mail ging versehentlich an 13'000 SBB-Mitarbeitende.
SBB
Kurz darauf scheint der Fehler aber jemandem aufgefallen sein.

Für diese bestätige diese Apéro-Einladung ein gängiges Bild vom Management: «Wenn die SBB etwas zu geben hat – wie ein Apéro – profitieren die Manager. Wenn es ums Sparen geht, sind die Leute an der Front diejenigen, die als erste den Gürtel enger schnallen müssen.»

Das kann schlimmstenfalls böse enden. Sollten angekündigte Sparmassnahmen «auf dem Buckel des Personals an der Front ausgetragen werden, könnte es zum Aufstand kommen», warnt Spahr. Hier werde die Gewerkschaft «die Kolleginnen und Kollegen bei der SBB voll unterstützen».

Der SEV wünsche sich, dass die SBB «auf dieses Problem mit echter Wertschätzung antwortet, und nicht mit Ausladungen zu Apéros».

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