Russen-Jet steht seit 4 Jahren am Flughafen Genf – drin gammelts
Ein russischer Airbus A321 vergammelt am Flughafen Genf. Der Jet konnte nach Kriegs-Ausbruch nicht weiterfliegen. An Bord ist noch Essen von damals.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Flughafen Genf steht seit viereinhalb Jahren ein russischer Airbus A321 still.
- Im Flugzeug gammeln Mahlzeiten, während die Tanks noch immer voll sind.
- Das Bundesamt für Zivilluftfahrt rechnet nicht mehr mit einem Start des Fliegers.
Der russische Jet mit der Kennung VP-BOE ist seit viereinhalb Jahren am Flughafen Genf parkiert. Und darin gammelt es.
Der Airbus A321 von Aeroflot sollte eigentlich am 27. Februar um 16 Uhr nach Moskau zurückfliegen. An jenem Tag marschierte Russland in die Ukraine ein.
Jet fast 1700 Tage in Genf parkiert
Deutschland sperrte den Luftraum für russische Maschinen sofort. Auch Alternativ-Routen über Frankreich, Italien, Griechenland oder die Türkei scheiterten. Der Flieger drehte, liess die Passagiere aussteigen – und steht nun seit fast 1700 Tagen in Genf.
Einzig im Juni 2022 musste er den Standplatz P48 verlassen, berichtet «aerotelegraph». Damals benötigte die Schweizer Luftwaffe die Fläche anlässlich einer Uno-Konferenz. Anschliessend wurde der Jet wieder parkiert.
Bestelltes Essen ist noch im Flieger
Kurios: Der Flieger gammelt offenbar dahin. Wie «Le Temps» berichtet, hat sich im Innern seit dem 27. Februar 2022 nichts getan.
Die Tanks sind voll. Und auch die reservierten Mahlzeiten der Fluggäste sind bis heute an Bord. Es stinkt nach verfaultem Essen. Möglich sei auch, dass der Flieger von Nagetieren befallen ist.
30’000 Stutz im Monat für den Parkplatz
Und trotzdem: Für den Flughafen Genf ist es gar kein schlechtes Geschäft.
Flughafen-Generaldirektor Jean-François de Saussure erzählt der Zeitung, dass der Eigentümer monatlich 30’000 Franken Parkplatz-Gebühren zahlt. Hochgerechnet wären dies seit Februar 2022 rund 1,6 Millionen Franken.

Ob tatsächlich der ganze Betrag überwiesen wurde, wollte der Flughafen aber nicht bestätigen.
Russen-Airbus wird wohl zerlegt
Wem der Jet gehört, ist nicht geklärt. Es ist unübersichtlich, denn die frühere Leasing-Gesellschaft wurde mittlerweile liquidiert.
Der A321 dürfte nicht mehr abheben, wie das Bundesamt für Zivilluftfahrt dem Medium bestätigt. Eine Zerlegung und der anschliessende Verkauf von Einzelteilen gilt als die am wahrscheinlichsten Option.



















