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Reissende Kondome landen auch in der Schweiz – Swissmedic prüft

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Bern,

Eine zurückgerufene Charge wurde auch an Schweizer Händler und Privatkunden geliefert. Die Kondome könnten reissen und ihren Schutz verlieren.

Kondome
Potenziell schadhafte My-Lubie-Kondome wurden in die Schweiz geliefert und könnten reissen. - pixabay/produktwarnung.eu

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine zurückgerufene Kondom-Charge aus Frankreich gelangte in die Schweiz.
  • Betroffen sind My-Lubie-«Ultra-thin»-Kondome der Charge 5RRI891.
  • Die Kondome könnten wegen Festigkeitsmängeln reissen oder platzen.

Eine in Frankreich zurückgerufene Kondom-Charge ist auch in der Schweiz gelandet. Insgesamt 120 Packungen gingen an drei hiesige Händler, weitere 38 Bestellungen direkt an Privatkundinnen und -kunden.

Das bestätigt Pierre Lagache, Geschäftsführer des französischen Vertreibers My Lubie, gegenüber Nau.ch.

Betroffen ist die Charge 5RRI891 in 12er-Packungen («Ultra-thin»). Sie war zwischen dem 23. Dezember 2025 und dem 22. Mai 2026 im Verkauf.

Kontrolle zeigt Abweichung bei Festigkeit

Auslöser war eine Kontrolle der französischen Behörden. Dabei wurde bei der betroffenen Charge eine Abweichung bei der Festigkeit festgestellt.

Die Kondome könnten dadurch reissen oder platzen – und ihren Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen oder einer ungewollten Schwangerschaft verlieren.

My Lubie ruft Charge vorsorglich zurück

My Lubie rief die Präservative daraufhin am 3. August freiwillig zurück. Der Rückruf erfolgte damit noch vor der Warnung der französischen Gesundheits- und Konsumentenschutzbehörden vom 21. August.

«Als Vorsichtsmassnahme», sagt Lagache. «Keine Behörde hat uns dazu verpflichtet.» Zudem betont er, dass «keine andere Charge und kein anderes Produkt von My Lubie» betroffen sei.

Weitere Analysen laufen noch. Laut Lagache unterscheiden sich die Resultate je nach untersuchter Probe. Derzeit werde deshalb geprüft, ob die Qualität innerhalb der Charge unterschiedlich gewesen sein könnte.

Drei Westschweizer Händler wurden beliefert

Die 120 Packungen gingen laut My Lubie an drei Onlinehändler mit Sitz in der Westschweiz: Happy Officine, Baume Shop und Sybaris.

«Die drei Händler sowie die 38 Privatkunden wurden informiert, sobald der Rückruf veröffentlicht war», sagt Lagache. Die betroffene Charge sei inzwischen nicht mehr im Verkauf.

Wie viele der an die Händler gelieferten Packungen tatsächlich an Kundinnen und Kunden verkauft wurden, ist offen. Die drei Shops reagierten nicht auf entsprechende Anfragen von Nau.ch.

Swissmedic klärt Vertriebswege ab

Swissmedic prüft den Fall inzwischen ebenfalls. Die Schweizer Heilmittelbehörde hatte zunächst keine gesicherten Informationen darüber, ob die betroffenen Kondome überhaupt in die Schweiz gelangt waren.

Nach den von Nau.ch weitergegebenen Angaben laufen die Abklärungen weiter. «Die von Ihnen übermittelten Informationen fliessen in die laufende Beurteilung ein», sagt Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi zu Nau.ch.

Prüfst du bei einem Produkterückruf jeweils, ob du betroffen bist?

Die Behörde habe noch nicht von allen Stellen eine Rückmeldung erhalten.

«Eine Herausforderung besteht darin, verlässliche Informationen zu den betroffenen Produkten, Vertriebswegen und den konkret betroffenen Chargen in der Schweiz zu beschaffen und zu verifizieren», so Jaggi.

Hinzu kommt: Die drei genannten Plattformen sind laut Swissmedic nicht in der Schweizer Datenbank «swissdamed» registriert.

Zu möglichen einzelnen Aufsichtsmassnahmen oder Kontakten mit Marktakteuren äussert sich Swissmedic während der laufenden Abklärungen nicht.

Kundinnen sollen Chargennummer prüfen

Für Konsumentinnen und Konsumenten ist vor allem eines wichtig: Betroffen ist nach heutigem Stand die Charge 5RRI891. Wer eine entsprechende Packung besitzt, sollte deshalb die Chargennummer prüfen.

Kommentare

User #3754 (nicht angemeldet)

Naja, das ist das Restrisiko 🤣

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