Räbeliechtliumzug: Räben sind teurer wegen Wassermangel

    Simon Binz
    Simon Binz

    Zürich,

    Der Hitzesommer könnte den Räbeliechtliumzug beeinträchtigen: Räben sind teurer, Schädlinge machen manche unbrauchbar. Ein Bauer berichtet.

    Räben Räbeliechtliumzug
    Räben in der Kiste: Der Hitzesommer machte den Bauern zu schaffen. Wassermangel und mehr Schädlinge wie Erdflöhe, Würmer und Wanzen erschwerten den Anbau. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Räbenbauer Ueli Schmid aus Tagelswangen ZH kämpfte im Hitzesommer mit Wassermangel.
    • Er bewässerte mit teurem Hydranten-Wasser, deshalb kosten die Räben dieses Jahr mehr.
    • Wegen Schädlingen im Hitzesommer sind ausserdem nicht alle Räben für den Umzug brauchbar.

    Ueli Schmid aus Tagelswangen ZH, einer der grössten Räbenbauern der Schweiz, spricht von einer besonders anspruchsvollen Ernte. Jedes Jahr baut Schmid mehr als 10'000 Räben an. Diesmal setzten ihm gleich zwei Probleme zu: Das fehlende Wasser und stärkerer Schädlingsbefall.

    Nimmst du dieses Jahr am Räbeliechtliumzug teil?

    Je heisser der Sommer, desto durstiger der Acker. Bei Räben ist die Zeit direkt nach der Aussaat besonders heikel.

    «Die Räbensamen sind sehr fein. Damit sie keimen, brauchen sie jeden Tag Wasser. Sonst vertrocknen sie», erklärt Schmid.

    Hydranten-Wasser hat Ernte gerettet

    Seine Felder liegen nicht weit vom Hof entfernt. In der Umgebung gibt es jedoch keine zusätzlichen Wasserquellen. Gerettet hat die Ernte das Hydranten-Wasser neben dem Hof, das eigentlich der Feuerwehr dient.

    Räbeliechtliumzug
    Der Räbeliechtliumzug findet traditionell in der ersten Novemberhälfte statt, meist rund um den Martinstag am 11. November. Dieses Jahr sind die Räben wegen des Hitzesommers teurer. - keystone

    «Ohne das Wasser vom Hydranten wäre es schwierig geworden. Wir haben sonst kein Gewässer in der Nähe», sagt Schmid. Dieses Wasser sei aber deutlich teurer. Deshalb müsse er für die Räben dieses Jahr einen etwas höheren Preis verlangen.

    Schädlinge machen manche Räben unbrauchbar

    Auch auf dem Feld gab es mehr zu tun. Gewisse Insekten haben sich stärker ausgebreitet, etwa die Erdflöhe. Sie vermehren sich besonders in trockenen und warmen Böden.

    Heisse Sommer führen deshalb zu mehr Schäden an den Räben. Daneben haben auch mehr Würmer und Wanzen an den Räben genagt.

    Räben Räbeliechtliumzug
    Schnitzen lassen sich die Räben trotz kleiner Schäden. Solange die betroffenen Stellen nicht zu faulen beginnen, sind sie laut Schmid kein Problem für den Umzug. - keystone

    Räben mit Wurmgängen sind laut Schmid nicht gefragt. Sie müssten weggeworfen oder untergepflügt werden. Wanzenbisse seien dagegen weniger schlimm.

    «Das stört zwar nicht, sieht aber etwas komisch aus. Wanzenstiche hat man seit den letzten Jahren immer mehr. Wanzen stechen dabei in die Räbe, wenn sie noch klein ist. Das verwächst und es bleibt eine Beule zurück.»

    «Räbeliechtliumzug ist wirklich eine sehr schöne Tradition»

    Ob der Räbeliechtliumzug darunter leidet, hängt vom Zustand der Räben ab. Solange die betroffenen Stellen nicht zu faulen beginnen, sollten sie laut Bauer Schmid kein Problem sein. Schnitzen lassen sich die Räben trotzdem. Mittlerweile liegen sie in den Gemüseabteilungen der Läden bereit.

    Für Schmid sind die Umzüge der schönste Lohn für seine Arbeit. «Wenn ich einen Umzug sehe und die Kinder mit den leuchtenden Augen, dann freut mich das. Oft laufen auch Eltern mit, die früher selbst Räbenliechtli getragen haben. Dann denke ich mir: Der Räbeliechtliumzug ist wirklich eine sehr schöne Tradition.»

    Räben Räbeliechtliumzug
    Ein Kind trägt am Umzug sein geschnitztes Räbeliechtli. Für Räbenbauer Ueli Schmid sind die Umzüge der schönste Lohn für seine Arbeit: «Wenn ich einen Umzug sehe und die Kinder mit den leuchtenden Augen, dann freut mich das.» - keystone

    Der Räbeliechtliumzug hat kein festes Datum. Er findet traditionell in der ersten Novemberhälfte statt, meist rund um den Martinstag am 11. November.

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    Kommentare

    User #5053 (nicht angemeldet)

    Kein Jon Pult!

    User #5053 (nicht angemeldet)

    Links plant böses

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