Prozess zum Erdrutsch am Pizzo Cengalo GR Ende Sommer geplant
Der Gerichtsprozess im Zusammenhang mit dem Tod von acht Wanderern am Pizzo Cengalo im Bergell wird Ende Sommer oder im Herbst diesen Jahres stattfinden. Dies meldete am Donnerstag die Online-Seite des Regionalgerichts Maloja.

Die Verhandlung werde voraussichtlich in der 35. Woche, eventuell in der 41. Woche des Jahres 2026 stattfinden, heisst es am Donnerstag auf der Website des Landgerichts. Der mit Spannung erwartete Prozess wird also entweder Ende August – genau in der Woche nach dem neunten Jahrestag des Erdrutsches – oder Anfang Oktober stattfinden.
Die Verhandlung war ursprünglich für Ende 2024 angesetzt gewesen, wurde dann aber zweimal verschoben. Im September letzten Jahres erklärte der Sprecher der Bündner Gerichte, dass das Gericht einige Verfahrensbeschlüsse erlassen habe und zudem weitere Beweise gesammelt werden müssten.
Der Prozess findet neun Jahre nach dem Erdrutsch im Jahr 2017 statt, bei dem über drei Millionen Kubikmeter Gestein acht Wanderer mitrissen: vier Deutsche, zwei Österreicher und zwei Schweizer.
Fünf Angeklagte müssen sich wegen fahrlässiger Tötung in mehrfacher Hinsicht verantworten. Es handelt sich um zwei Beamte des kantonalen Amtes für Wald und Naturgefahren, einen externen Berater des Kantons, einen Mitarbeiter der Gemeinde Bregaglia und die damalige Gemeindepräsidentin Anna Giacometti. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.
Die Anklageschriften lägen erst dann vor, wenn ein Verhandlungsdatum feststehe, sagte ein Gerichtssprecher auf Anfrage von Keystone-SDA.
Das Gericht in St. Moritz muss klären, ob die Angeklagten in den Tagen und Wochen vor dem Erdrutsch die Gefahrensituation falsch eingeschätzt haben und ob sie die Strassen und Wege im Val Bondasca hätten sperren müssen.






