Wegen einer Blockade-Aktion in Freiburg am Black Friday 2019 müssen sich heute Dienstag 36 Klimaaktivisten vor Gericht verantworten.
Klimaaktivisten
Zwei Klimaaktivistinnen sprechen bei einer Pressekonferenz in Freiburg zum Prozess am 24. März 2021. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Prozess ist auf vier Tage angesetzt, Schlusstermin ist der 1. Juni.
  • Die Aktivisten wurden mit Strafbefehlen zu Bussen zwischen 200 und 500 Franken verurteilt.
  • Alle akzeptierten die Strafbefehle nicht, deshalb kommt es zum Prozess.

36 Klima-Aktivisten müssen sich am Dienstag vor Gericht in Granges-Paccot FR für eine Blockade-Aktion verantworten. Sie hatten am 29. November 2019, dem Black Friday, den Zugang eines Einkaufszentrums in Freiburg blockiert. Der Prozess ist auf vier Tage angesetzt, Schlusstermin ist der 1. Juni. Die Angeklagten werden von zwölf Anwälten vertreten.

Sie hatten am Tag der grossen Rabattschlacht den Zugang zu einem Einkaufszentrum in der Nähe des Bahnhofs in Freiburg versperrt. Sie wurden wegen unbewilligter Zusammenrottung, Nichtbefolgens von behördlichen Anordnungen und Landfriedensbruch mit Strafbefehlen zu Bussen zwischen 200 und 500 Franken verurteilt.

Einige der 19- bis 25-Jährigen machten sich auch der Nötigung schuldig. Eine beschuldigte Person ist 62 Jahre alt. Alle akzeptierten die Strafbefehle nicht, deshalb kommt es zum Prozess.

Wissenschaftler als Zeugen nicht zugelassen

Anfang Mai klagten die Verteidiger, dass das Gericht wissenschaftliche Zeugenaussagen zugunsten der Angeklagten nicht zulassen will. Die Wissenschaftler könnten gemäss Verteidigung aufzeigen, dass die Angeklagten in einer Notwehrsituation wegen des Klimawandels gehandelt hätten.

Unter den abgelehnten Zeugen befindet sich auf der Waadtländer Jacques Dubochet, Träger der Nobelpreises für Chemie. Er reist am ersten Prozesstag nach Granges-Paccot, um den Richter in letzter Minute von der Notwendigkeit seiner Aussage zu überzeugen.

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