Das Alba-Festival haben die Behörden kurzfristig verboten. Die Pride Zürich hingegen durfte stattfinden. Diese Covid-Taktik mutet seltsam an.
Pride Zürich Alba-Festival
Das Alba-Festival musste die Zelte abbrechen, die Pride Zürich durfte stattfinden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen zu hoher Auslastung der Spitäler wurde das Alba-Festival verboten.
  • Die Pride Zürich mit ebenfalls rund 20'000 Teilnehmern durfte stattfinden.
  • «Es gab kein Schutzkonzept», erklärt die Stadtpolizei Zürich.

Die Hiobsbotschaft kam am Donnerstag, zwei Tage vor dem Alba-Festival: Der zweitägige Konzert-Event auf dem Hardturm-Areal in Zürich darf nicht stattfinden. Die Kantonsregierung begründet den Entscheid damit, dass man bei der aktuellen Corona-Lage eine Überlastung der Intensivstationen riskiere.

ehe für alle
Alle Menschen sollen in der Schweiz heiraten dürfen.
Schrill und bunt – pride eben!
Pride Zürich
Die Ehe für alle ist ein Hauptanliegen an der Pride in Zürich.
Gott Ehe für alle
Auch Vertreter der Kirche nahmen an der Pride teil. «Gott leibt vielfältig. Wir auch» war ihre Botschaft auf dem Transparent.
zürich pride
Auch die Politik ist vertreten.
pride zürich
LGBTQ-Expertin und feministische Autorin Anna Rosenwasser an der Pride in Zürich
pride zürich
Die Bilder aus der Luft zeigen, wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort sind.
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Gespannt lauschen die Teilnehmer den Worten der Redner.
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Die Strassen in Zürich sind voll.
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Zürich pulsiert an der heutigen Pride-Parade.
michael elsener
Michael Elsener war einer der Redner an der Pride 2021.
pride zürich
Das Motto: «Trau dich!».
pride zürich
Bunt, bunter, Pride!
Die Pride in Zürich fand bei bestem Sommerwetter statt.

Und: Das Zielpublikum des Anlasses habe sich in den Ferien im Balkan überdurchschnittlich oft mit Corona infiziert. Somit mussten die Veranstalter die Infrastruktur unverrichteter Dinge wieder abbauen.

Alba-Festival
Die Teppiche des Alba-Festivals wurden am Freitag wieder zusammengerollt. - Keystone

Am Samstag dann präsentierte sich in Zürich ein ganz anders Bild: An der Pride Zürich zogen über 20'000 Personen durch die Stadt. Ohne Masken oder Abstand.

An der Pride Zürich ist es laut, bunt und fröhlich. - Nau.ch/Aydemir Hüseyin

Dies zum Unverständnis vieler. Auf Twitter hagelt es Kritik. Auch Politiker von Links bis Rechts zeigen Unverständnis.

«Heikle juristische Begründung» und «inkonsequent», so die Stimmen auf Twitter.
Auch Roger Köppel (SVP) und Mattea Meyer (SP) schweigen nicht zum Thema.

Alba-Festival-Organisator Adem Morina sagte vor den Medien, es sei nicht nachvollziehbar, dass das Festival als einziger Anlass nicht stattfinden dürfe. Es hätte gar eine Zertifikatspflicht gegolten.

Die Pride Zürich hingegen hatte kein Schutzkonzept. Brauchte sie auch nicht. «Gemäss der Covid-Verordnung gibt es für Demonstrationen sowie Kundgebungen keine Einschränkungen mehr, also kein Schutzkonzept, keine Maskenpflicht und auch keine Beschränkungen der Personenanzahl», erklärt Evelyne Müller von der Stadtpolizei Zürich auf Anfrage.

Wie finden Sie es, dass die Pride stattfinden durfte, das Alba-Festival hingegen nicht?

Insofern habe die Polizei am Samstag an der Pride auch keine Kontrollen durchführen müssen. Das Alba-Festival hingegen galt als Grossveranstaltung. «Das sind zwei Paar Schuhe», so Müller.

Vor Verwaltungsgericht sind die Alba-Organisatoren mit ihrer Beschwerde abgeblitzt. Die Diskussion über die Corona-Regeln dürfte damit aber nicht beendet sein.

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