Preise für Verbrennung von Siedlungsabfällen variieren stark
Der Preisüberwacher hat nach 1999 im laufenden Jahr zum zweiten Mal die Situation der Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen untersucht. Dabei hat er unter anderem «enorme Preisunterschiede für die Verbrennung von Siedlungsabfällen» festgestellt.

Die Untersuchung bei 28 Kehrichtverbrennungsanlagen zeige enorme Preisunterschiede für die Verbrennung von Siedlungsabfällen, stellt der Preisüberwacher in einem am Donnerstag im Newsletter veröffentlichen Bericht fest. «Dies ist erklärungsbedürftig und der Preisüberwacher wird entsprechende Abklärungen vornehmen, bei allenfalls überhöhten Verbrennungspreisen intervenieren und gegebenenfalls auch systemische Vorschläge unterbreiten.»
Die Erhebung zeige, dass die Annahmepreise für Siedlungsabfälle seit 2016 insgesamt leicht gesunken seien. Dies sei aus Sicht der Kunden grundsätzlich positiv zu bewerten. Gleichzeitig bestünden aber zwischen den einzelnen Anlagen weiterhin erhebliche Preisunterschiede. Diese reichten von 70 Franken pro Tonne bis 234 Franken pro Tonne.
Die Ursachen dieser Unterschiede wurden nicht untersucht. Sie deuten laut dem Preisüberwacher aber darauf hin, dass es zwischen den Anlagen wohl erhebliche Unterschiede bei Kostenstruktur, Auslastung und Effizienz gibt.
Die Analyse des Preisüberwachers zeigt zudem, dass die Kehrrichtverbrennungsanlagen bereits heute über Verbrennungskapazitäten von rund 4 Millionen Tonnen verfügen. Die verbrannte Menge an Siedlungsabfällen beträgt demgegenüber rund 2,9 Millionen Tonnen. Gleichzeitig werden jedoch auch erhebliche Mengen an Industrie- und Gewerbeabfällen verbrannt, sodass laut Preisüberwacher die bestehenden Kapazitäten insgesamt weitgehend ausgelastet sind.
Der Preisüberwacher stellt fest, dass in den nächsten Jahren verschiedene Anlagen Kapazitätserhöhungen planen. «Vor dem Hintergrund der Ziele der Kreislaufwirtschaft und der Abfallvermeidung sollte die langfristige Entwicklung von Kapazitäten und Abfallmengen sorgfältig beobachtet werden, um aus Ineffizienzen resultierende überhöhte Entsorgungskosten zu verhindern», schreibt der Preisüberwacher.
Bezüglich Preisen sollen entsprechende Abklärungen vorgenommen werden. Bei allenfalls überhöhten Verbrennungspreisen will der Preisüberwacher nach eigenen Angaben intervenieren und gegebenenfalls auch systemische Vorschläge unterbreiten.






