Bern: Fields-Medaillist spricht über magische Zahlen und Poesie
Der Mathematiker Manjul Bhargava hält vom 19. bis 21. Oktober 2026 drei öffentliche Vorträge an der Universität Bern.

Was macht die Zahl 142'857 magisch? Was verbindet jahrtausendealte magische Quadrate mit moderner Zahlentheorie? Und was haben Mathematik, Poesie und indische Rhythmik gemeinsam?
Darüber spricht der Fields-Medaillist Manjul Bhargava von der Princeton University in drei öffentlichen Vorträgen im Rahmen der Einstein Lectures vom 19. bis 21. Oktober 2026 an der Universität Bern.
Auch in diesem Jahr veranstaltet die Universität Bern zusammen mit der Albert Einstein-Gesellschaft Bern die Einstein Lectures, die sich abwechselnd mit Themen aus den Gebieten der Physik und Astronomie, der Mathematik und der Philosophie beschäftigen. Im Rahmen dieser grossen Veranstaltungsreihe sprechen jeweils renommierte Persönlichkeiten aus der Forschung über ausgewählte Themen von allgemeinem Interesse.
Manjul Bhargava zählt zu den führenden Mathematikern seiner Generation. Der R. Brandon Fradd Professor of Mathematics an der Princeton University hat mit seinen Arbeiten grundlegende neue Methoden in der Geometrie der Zahlen und der algebraischen Zahlentheorie geschaffen. Besonders bekannt sind seine Forschungen zu höheren Kompositionsgesetzen, zur Verteilung von Zahlkörpern und zu elliptischen Kurven.
2014 wurde er mit der Fields-Medaille, einer der höchsten Auszeichnungen in der Mathematik, geehrt. Im Rahmen der Einstein Lectures hält Manjul Bhargava vom 19. bis 21. Oktober 2026 drei öffentliche Vorträge an der Universität Bern.
Von magischen Zahlen bis zu Poesie und Rhythmus
Bei den Einstein Lectures in Bern wird Bhargava jedoch nicht nur über Spitzenforschung sprechen. Seine drei Vorträge beginnen bei Fragen, die unmittelbar neugierig machen: bei den überraschenden Eigenschaften der Zahl 142'857, bei magischen Quadraten, Würfeln und Hyperwürfeln und schliesslich bei den gemeinsamen Strukturen von Mathematik, Poesie und Rhythmus. Dabei führt er von jahrtausendealten mathematischen Ideen bis zu aktueller Forschung in der Zahlentheorie.
«Manjul Bhargava verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit einer aussergewöhnlichen Fähigkeit, Mathematik lebendig und zugänglich zu vermitteln», sagt Professorin Christiane Tretter, Ordinaria am Mathematischen Institut der Universität Bern, Präsidentin der Schweizer Mathematischen Gesellschaft und Mitorganisatorin der Einstein Lectures.
Mathematik für ein breites Publikum
Diese Verbindung von Spitzenforschung und Vermittlung prägt auch Bhargavas neueste Aufgabe: Seit Februar 2026 ist er der erste Präsident des National Museum of Mathematics (MoMath) in New York. Dort wirkt er an der strategischen Entwicklung, an Ausstellungen und Bildungsangeboten mit – mit dem Ziel, Mathematik für Menschen aller Altersgruppen zugänglich und faszinierend zu machen.
Auch in der Bildungspolitik engagiert sich Bhargava auf höchster Ebene. Als Mitglied eines achtköpfigen Expertengremiums war er an der Ausarbeitung der 2020 von der indischen Regierung verabschiedeten National Education Policy für Schulen und Hochschulen beteiligt. «Damit verkörpert er in besonderer Weise den Anspruch der Einstein Lectures, Forschung von höchstem internationalem Rang für die Universität, die nächste Generation und die Öffentlichkeit in Bern erlebbar zu machen», sagt Tretter.
Drei öffentliche Vorträge an der Universität Bern
Montag, 19. Oktober 2026, 19.30 Uhr – 142'857: A Magical Number Everyone Should Know
Die Vorträge finden in der Aula der Universität Bern (2. Stock), statt. Sie sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Vortragssprache ist Englisch.
Über die Einstein Lectures
Im Andenken an das Werk von Albert Einstein widmen sich die Einstein Lectures abwechselnd Themen aus der Physik und Astronomie, der Mathematik und der Philosophie. Die Einstein Lectures sind eine Kooperation zwischen der Albert Einstein-Gesellschaft und der Universität Bern und finden seit 2009 jährlich statt. Sie bringen jeweils eine international herausragende Forscherpersönlichkeit nach Bern, deren Arbeit grundlegende Beiträge zu Gebieten im Umfeld von Albert Einsteins wissenschaftlichem und geistigem Erbe geleistet hat.






