Postfinance

    Postfinance erhebt drei Prozent Negativzinsen für Grosskunden

    Samantha Reimer
    Samantha Reimer

    Bern,

    Postfinance belastet ab November Grosskunden mit drei Prozent Negativzinsen auf Guthaben über 100'000 Franken. Privatkunden bleiben verschont.

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    Das Logo der Postfinance beim Hauptsitz in Bern. - Keystone

    Postfinance sorgt erneut für Aufsehen: Ab dem 1. November 2025 fallen für mehrere Grosskunden Negativzinsen von drei Prozent an.

    Betroffen sind Kontoguthaben ab 100'000 Franken. Ein entsprechendes Schreiben kursiert seit Freitag, berichtet «Inside Paradeplatz».

    Gemäss dem Bericht heisst es darin: «Diese Konditionen gelten für die Summe aller Ihrer Konten in Schweizer Franken.» Die Gebühr werde jeweils am letzten Tag des Folgemonats belastet.

    Nur definierte Grosskunden

    Eine Sprecherin von Postfinance bestätigte gegenüber der «NZZ» die Echtheit des Briefes. Er sei an Grosskunden verschickt worden und betreffe individuell definierte Schwellenwerte. Privatkunden seien derzeit nicht betroffen.

    Seit Mitte des Jahres habe Postfinance mehrere hundert Kunden schriftlich informiert, bestätigt das Institut laut «NZZ».

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    Das Logo der Postfinance an einem Gebäude in Bern (Archivbild). - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

    Unter den Betroffenen befinden sich auch Pensionskassen.

    Hintergrund: Druck im Zinsgeschäft

    Die Massnahme erfolgt vor dem Hintergrund des anhaltenden Zinsdrucks. Laut dem «SRF» leidet Postfinance besonders stark unter dem Kreditverbot, da sie überschüssige Mittel bei der Schweizerischen Nationalbank deponieren muss.

    Dort fallen selbst Negativzinsen an. Das Finanzinstitut argumentiert laut «Inside Paradeplatz» mit «regulatorischen Gründen» und verweist auf die Begrenzung der Kundengelder.

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    Es will verhindern, dass weitere hohe Einlagen auflaufen.

    Experten kritisieren Massnahme

    Der Luzerner Finanzprofessor Andreas Dietrich bezeichnet die Gebühr laut «NZZ» als harte Massnahme.

    Banken stünden durch das aktuelle Tiefzinsumfeld unter Druck, ein Satz von  drei Prozent sei jedoch aussergewöhnlich. Postfinance wolle damit wohl Anreize setzen, um Kundengelder in Anlageprodukte umzuleiten.

    In diesem Bereich könne das Institut Erträge erwirtschaften, anders als im klassischen Zinsdifferenzgeschäft.

    Reaktion der Pensionskassen

    Kritik kommt vom Verband Asip: «Vorsorgeeinrichtungen sind (...) darauf angewiesen, einen Teil der Sparvermögen ihrer Versicherten liquide zu halten». So sagt es Direktor Lukas Müller‑Brunner gemäss «NZZ».

    Postfinance negativzinsen
    Das Logo der Postfinance beim Standort in der Aarbergergasse in Bern. - Keystone

    Rentenzahlungen seien nicht in Aktienanteilen möglich. Trotz der Kritik betont Postfinance, man verfolge keine Rentabilisierungsstrategie.

    Ziel sei es, die Bilanz aktiv zu steuern und regulatorische Vorgaben zu erfüllen. Privatkunden sollen weiterhin vor Negativzinsen geschützt bleiben.

    Kommentare

    User #1583 (nicht angemeldet)

    …Privatkunden schon mal Ausschau halten, gibt Alternativen…!!

    User #427 (nicht angemeldet)

    Also ohnw Risiko zu nehmen, bloss um der Posr Geld zu leihen und etwas Fristentransformieren (Return/Risk/Ccy) - schon ziemlich Wucher, oder. Oder seeehhrr teurer Apparat diese Postfinance.

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