SecurePost wurde in der Vergangenheit von brutalen Überfällen geschockt. Jetzt verkauft die Post ihre Tochter an Loomis Schweiz.
securepost
Die Schweizerische Post verkauft ihre Werte-Transportfirma SecurePost. Alle Mitarbeitenden werden vom Käufer, der Loomis Schweiz AG, übernommen. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/MARTIN RUETSCHI

Das Wichtigste in Kürze

  • SecurePost wird an Loomis Schweiz verkauft.
  • Mit dem Verkauf verzichtet die Post somit künftig auf eigene Geldtransporte.
  • Das aktuelle Geschäftsmodell sei in der jetzigen Konstellation gefährdet.
  • Loomis Schweiz wird alle 450 Mitarbeitenden weiter beschäftigen.

Die Schweizerische Post will künftig auf eigene Bargeldtransporte verzichten. Die Post-Tochter SecurePost wird an Loomis Schweiz verkauft. Alle 450 Mitarbeitenden werden vom Käufer weiterbeschäftigt. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

In den letzten Jahren habe zwar die finanzielle Lage von SecurePost stabilisiert werden können. Doch eine Reihe von brutalen Überfällen auf deren Geldtransporter, insbesondere in der Westschweiz, habe zu neuen versicherungstechnischen Auflagen geführt. Dies teilte die Post am Dienstag mit. Die Situation werde nun noch zusätzlich durch die negativen Effekte der Corona-Krise auf den Bargeldfluss belastet.

«Geschäftsmodell in heutiger Konstellation gefährdet»

SecurePost hat laut Mitteilung keinen Grundversorgungsauftrag. Die Post-Tochter versorgte seit 2003 insbesondere die Filialen der Post und von Postfinance mit Bargeld. Ihre Kunden sind zudem Banken, Detailhändler und Schmuckhändler. Die Post spricht davon, dass das Unternehmen dabei in einem sehr anspruchsvollen und zunehmend risikobehafteten Umfeld arbeite.

securepost
Unbekannte bewaffnete Täter hatten am 2. Dezember bei Daillens VD einen Geldtransporter von Secure Post überfallen, das Fahrzeug aufgesprengt und in Brand gesteckt. Wie gross die Beute war, ist nicht bekannt. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/LAURENT GILLIERON

Die Post sieht daher «das aktuelle Geschäftsmodell der SecurePost in der heutigen Konstellation gefährdet und hat verschiedene Varianten geprüft, um eine nachhaltige Bargeldversorgung für den Konzern sicherzustellen». Nun sollen die Geschäfte der Post-Tochter per Anfang Mai in die Loomis Schweiz AG überführt werden.

Der Käufer mit Sitz in Kloten übernimmt alle 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Post-Tochter und beschäftigt diese weiter. Loomis ist weltweit tätig und zählt laut eigenen Angaben 400 Niederlassungen in rund 20 Ländern.

Post startet Konsulationsverfahren Ende März

Weltweit beschäftigt Loomis über 20'000 Mitarbeitende, davon rund 1000 an verschiedenen Standorten in der Schweiz. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen an. Diese gehen vom Transport über die Verarbeitung bis hin zur Lagerung von Bargeld für Finanzinstitutionen und Einzelhändler.

Ende März startet die Post ein Konsultationsverfahren. Bei diesem haben die Mitarbeitenden der SecurePost die Möglichkeit, zu den geplanten Massnahmen Stellung zu nehmen. Laut Post-Angaben gehört SecurePost zu den grössten Werttransport-Logistikern auf dem Schweizer Markt.

Mehr zum Thema:

Die Post Coronavirus Postfinance Dienstleistungen