Pharmaverband will Umsetzung des Parlamentsentscheids hinauszögern
Die Umsetzung des vom Parlament vor Jahresfrist beschlossenen Kostendämpfungspakets geht dem führenden Pharmaverband zu schnell. Er plädiert wegen der angespannten weltpolitischen Lage für einen Marschhalt.

Es brauche eine Neueinschätzung statt einer Umsetzung mit Hochdruck, schrieb der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz (Interpharma) am Donnerstag in einer Mitteilung. Er vertritt die exportstärkste Branche des Landes. Seine Mitglieder machen mehr als neunzig Prozent des Marktanteils an patentierten Medikamenten sowie fast zwei Drittel am gesamten Medikamentenmarkt aus.
Insbesondere die neue US-amerikanische Preispolitik macht der hiesigen Pharmaindustrie zu schaffen, wie es heisst. Dies werde direkte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit innovativer Medikamente in der Schweiz haben. Der Zugang zu neuen Therapien sei bereits heute eingeschränkt. Das Risiko weiterer Verzögerungen oder Nichteinführungen sei erhöht.
Die Umsetzung des vom Parlament beschlossenen Kostendämpfungspakets komme vor diesem Hintergrund zum falschen Zeitpunkt, gibt Interpharma zu bedenken. Auch wenn solche Massnahmen legitim seien, müssten sie gerade im aktuellen Kontext verhältnismässig und für den Patientenzugang zumutbar sein.
Interpharma will die Ergebnisse einer zu Beginn des Jahres vom Bundesrat eingesetzten Arbeitsgruppe «Life-Science-Standort Schweiz» abwarten. Der Bundesrat schreibt in seiner Mitteilung, dass allfällige Empfehlungen dieser Arbeitsgruppe während oder nach der Vernehmlassung berücksichtigt werden könnten.






