Unser Tourismus lebt von Offenheit

Martin von Moos
Martin von Moos

Zürich,

Der Tourismus lebt von Offenheit und guter Erreichbarkeit. Die Initiative zur 10-Millionen-Schweiz setzt genau diese Stärken aufs Spiel.

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Ein funktionierender Tourismus in Zürich bedingt genügend Arbeitskräfte. Das wird durch die Chaos-Initiative gefährdet. - iStock

Das Wichtigste in Kürze

  • Geschlossene Restaurants und Co.: Der Fachkräftemangel bedroht den Zürcher Tourismus.
  • Zugleich gefährdet die Initiative zur 10-Millionen-Schweiz den Gästezustrom aus der EU.
  • Doch Offenheit stärkt den Tourismusstandort Zürich – deshalb NEIN zur Chaos-Initiative.

Ein Wochenende in den Bergen. Die Aussicht stimmt, das Wetter auch. Doch im Hotel bleibt das Restaurant am Abend geschlossen. Am nächsten Tag fährt die Bergbahn nur noch eingeschränkt.

Und für eine Reservation im Spa gibt es keine freien Termine mehr. Der Grund ist überall derselbe: Es fehlt Personal.

Gerade im Kanton Zürich ist der Tourismus vielseitig und stark vernetzt. Hotels, Gastronomie, Ausflugsziele und Freizeitangebote greifen ineinander. Damit das funktioniert, braucht es genügend Mitarbeitende. Viele Betriebe sind dabei auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen.

Fehlen diese, gerät das Angebot ins Stocken. Öffnungszeiten werden reduziert, Dienstleistungen eingeschränkt, einzelne Angebote verschwinden ganz. Das betrifft nicht nur einzelne Betriebe, sondern ganze Regionen.

Wenn zentrale Grundlagen wegfallen

Noch funktioniert vieles, auch dank Fachkräften aus dem Ausland und stabilen Beziehungen zur EU. Genau diese Grundlagen stellt die Chaos-Initiative jedoch infrage. Sie stellt die Personenfreizügigkeit infrage und erschwert damit die Rekrutierung von dringend benötigten Mitarbeitenden – auch im Kanton Zürich.

Zugleich geraten zentrale Rahmenbedingungen ins Wanken. Der Tourismus ist darauf angewiesen, dass Gäste einfach und unkompliziert anreisen können. Werden Beziehungen zur EU geschwächt, drohen mehr Hürden, längere Wartezeiten und zusätzlicher Aufwand bei der Einreise.

Für eine international vernetzte Region wie Zürich hat das unmittelbare Folgen: Weniger Gäste, geringere Auslastung und steigender Druck auf Betriebe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ein geschwächter Tourismus trifft dabei nicht nur einzelne Branchen, sondern wirkt sich auf die gesamte Wirtschaft aus.

Die Initiative schwächt den Tourismusstandort

Der Tourismus im Kanton Zürich lebt von Qualität, Offenheit und reibungslosen Abläufen. Damit Gäste gerne kommen und wiederkommen, muss das Angebot stimmen.

Wenn Personal fehlt und die Rahmenbedingungen unsicher werden, leidet genau diese Verlässlichkeit. Das schwächt die Attraktivität des Standorts – für Gäste, Betriebe und die gesamte Region.

Darum: Nein zur Chaos-Initiative.

Zum Autor

Martin von Moos ist Präsident von HotellerieSuisse und Geschäftsführer des Hotel Belvoir in Rüschlikon und Hotel Sedartis in Thalwil.

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