Der Komiker Peach Weber wird von seinem Mitmenschen lieber unterschätzt. Dann kann er sie nämlich überraschen.
Komiker Peach Weber bei einem Auftritt im Frühling 2018 im Luzerner Stadtkeller. (Archivbild)
Komiker Peach Weber bei einem Auftritt im Frühling 2018 im Luzerner Stadtkeller. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/URS FLUEELER

Das Wichtigste in Kürze

  • Wie er selbst sagt, wird Komiker Peach Weber lieber unterschätzt.
  • Dann könner er nämlich die Menschen überraschen, sagt er in einem Interview.

Komiker Peach Weber ist nach eigenen Worten lieber unterschätzt. Weil er dann überraschen könne, sagte er in einem Interview. In der Pandemie hielt sich der 69-Jährige zurück. Einige Komiker-Kollegen seien da «schräg drauf» gewesen. Kritiker liessen ihn kalt.

Angesprochen auf politische Aussagen zur Corona-Politik wie etwa von Comedy-Kollege Marco Rima meinte Peach Weber in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der «SonntagsZeitung» diplomatisch: «Das ist deren Sache». Diese seien alt genug. «Die müssen selbst wissen, was sie tun.»

«Eine Art Schockstarre»

Er selber habe in der Pandemie zunächst «eine Art Schockstarre» gehabt. «Mir ist lange Zeit nichts in den Sinn gekommen.» Irgendwann sei ihm klar geworden, dass er nur ein neues Programm schreiben könne. «Und zwar keines mit Corona-Witzen, sondern etwas, über das die Leute unbeschwert lachen können.»

Weber lässt sich auch als «vernünftiger Komiker» bezeichnen. «Vernunft und Komik schliessen sich für mich nicht gegenseitig aus. Ich sage nicht, dass ich ein superintelligenter Mensch bin. Aber ich bin auch nicht dumm.»

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Komiker Peach Weber (68): «Ich habe bis jetzt noch nie eine ‚normale‘ Grippe-Impfung gemacht, hatte auch noch nie eine Grippe. Ich bin aber kein Impfgegner. Sobald es fundierte, wissenschaftliche Belege gibt, werde ich mich wahrscheinlich schon impfen lassen, denn dieses Corona-Ding ist ein gemeines Drecksvirus.» - Keystone

Der seit 45 Jahren in der Unterhaltung tätige Aargauer kennt fast keine Komiker, die sich lange im Geschäft halten, die wirklich dumm seien. «Wenn das Publikum dies merkt, dann finden sie einen bald nicht mehr lustig. Wenn es aber erkennt, 'aha, der macht das extra, der ist eigentlich noch ein schlaues Kerlchen', dann macht es auch Spass, einem Komiker länger zuzuhören.»

Im Umgang mit der Corona-Pandemie brauchte Weber klare Worte. Er liess sich bereits im Mai impfen, nachdem er im März einen Impfsong veröffentlicht hatte. «Einerseits, weil ich in der Risikogruppe bin. Aber auch, weil es keinen anderen Weg gibt. Von den Impfgegnern habe ich noch nie einen halbwegs vernünftigen Vorschlag gehört, wie wir aus dieser Corona-Misere herauskommen sollen.»

Weber gleich vierfach in Risikogruppe

Im Umgang mit Menschen ist er derzeit zurückhaltend. Aufgrund seiner körperlichen Verfassung und seines Alters sei er gleich vierfach in der Risikogruppe. «Aber es ist nicht so, dass ich den ganzen Tag zu Hause sitze - und wenn der Briefträger kommt, die Post desinfiziere. Ich gehe einfach kein blödsinniges Risiko mehr ein.»

Weber brandete Kritik entgegen, nachdem er gewisse Massnahmenkritiker als «Hohlköpfe» bezeichnet hatte. Doch diese liess ihn kalt. «Gegenwind interessiert mich nicht. Ich lese grundsätzlich keine Kommentare. Die gehässigen stammen meist von Trotteln, die morgens um drei denken: 'So, dem gebe ich es jetzt.' Das sind einfach Hosenscheisser.»

Er sei jetzt seit Jahrzehnten als Komiker unterwegs, sagte Weber. Wenn man sich da nicht eine dicke Haut zulege, dann mache man das nicht so lange.

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