Zahlreiche Partyfans pilgerten am Samstag ans Hive-Air-Festival auf dem Flugplatz Birrfeld. Doch da sassen sie bei Hitze auf dem Trockenen.
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Festival-Besucher am Hive Air im Kanton Aargau. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Organisation Elektro-Festivals Hive Air im Aargau erntet viel Kritik.
  • Problem: Trotz hoher Temperaturen war Wasser ein teures und knappes Gut.

Am vergangenen Samstag tanzten auf dem Flugplatz Birrfeld im Kanton Aargau Tausende am Hive Air. Acts wie Paul Kalkbrenner, Amelie Lens oder Monolink sorgten am Festival für Begeisterung. Doch: Besucher ärgern sich über die Organisation der Party – Kritik gibt es insbesondere für die Wasser-Politik!

Denn: Trotz Temperaturen von bis zu 30 Grad soll es kaum Schattenplätze und gar keine Wasserstellen gegeben haben. Thomas H.*, einer der knapp 15'000 Gäste, sagt gegenüber Nau.ch: «Eine Frechheit war, dass man kein eigenes Wasser reinnehmen durfte. Und nirgends hatte es fliessendes Trinkwasser.»

«30 Grad und kein einziger Wasserhahn weit und breit», nerven sich auch andere Besucher.

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Blick auf das Gelände des Festivals Hive Air. - zVg

Stattdessen musste man Halbliter-Fläschli Wasser für fünf Franken kaufen. H.*: «Ich habe 30 Franken nur für Wasser ausgegeben. Meine Gruppe bestehend aus sechs Personen zahlte insgesamt mindestens 120 Franken

Darin nicht eingerechnet sind Kosten für andere Getränke wie Cola, Red Bull oder Bier.

Zeitweise nur noch Wasser mit Kohlensäure

Das Festival war aber nicht nur teuer. Laut H.* war nicht einmal genügend Wasser vorhanden: «Zeitweise ist ihnen sogar das stille Wasser ausgegangen. Dann gab es nur noch solches mit Kohlensäure.»

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Sonne und Hitze prägten das Hive Air auf dem Flugplatz Birrfeld. - zVg

Die Kombination von Hitze, Alkohol und Wassermangel ist gefährlich. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sollte man an Hitzetagen körperliche Anstrengungen vermeiden, den Körper kühlen und viel trinken.

Das BAG empfiehlt die Einnahme von mindestens 1,5 Litern Wasser am Tag. Zudem muss der Salzverlust ausgeglichen werden.

Openair Frauenfeld bietet Gratis-Trinkwasser an

Dass es auch vorbildlich geht, zeigt beispielsweise das Openair Frauenfeld, welches in diesem Jahr vom 6. bis am 9. Juli stattfindet. Dort gibt es jeweils Gratis-Trinkwasser, zudem verteilen Securitys vor den Bühnen Wasser in Bechern.

Openair Frauenfeld Coronavirus
Das Openair Frauenfeld gehört zu den grössten der Schweiz. - Keystone

Grund dafür ist die Gesundheit der Besucher, wie das Festival auf Anfrage schreibt: «Weil wir mit unseren Gästen feiern und sie nicht im Sanitätszelt behandeln wollen, bieten wir auf dem ganzen Festivalgelände unbeschränkt Gratis-Trinkwasser an.»

Zudem stehen Schattenplätze, Ruhezonen und Abkühlmöglichkeiten zur Verfügung. Man sei mit dem Vorgehen bisher gut gefahren, so die Verantwortlichen weiter. Mit Blick auf künftige Austragungen ist für sie deshalb klar: «Wir sehen keinen Grund, dies zu ändern.»

Die Veranstalter des Hive-Air wollten sich auf Nau.ch-Anfrage nicht äussern.

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