Oktoberfest: Immer mehr Schweizer wollen Champagner statt Bier
Champagner und Wein auf dem Vormarsch? Am Oktoberfest zeichnet sich ein Wandel ab. Bier bleibt zwar zentral, verliert aber Anteile an andere Getränke.

Das Wichtigste in Kürze
- Veranstalter von Schweizer Oktoberfesten beobachten eine höhere Nachfrage nach alkoholfreiem Bier und Radler.
- Auch Wein, Schaumwein und Cocktails sind immer mehr gefragt.
- Weniger Alkohol dämpft die Feierlaune der Oktoberfestgäste nicht – gefestet wird trotzdem.
Bier, Brezn und ausgelassene Stimmung: Das Oktoberfest gilt als Hochburg des Bierkonsums. Doch die Trinkkultur verändert sich. Immer häufiger greifen Gäste zu alkoholfreiem Bier, Radler, Wein, Schaumwein oder Cocktails.
Auf Anfrage von Nau.ch bestätigen fünf Veranstalter: Der Bierkonsum verändert sich. An den Festen wird weniger Bier getrunken, und es gewinnen alkoholfreie Alternativen und andere Getränke an Bedeutung.
Oktoberfest im Wandel
«Der Bierkonsum bei uns ist leicht zurückgegangen», heisst es von Seiten des Oktoberfests Thun BE. Gleichzeitig werde jedes Jahr mehr alkoholfreies Bier ausgeschenkt. Im vergangenen Jahr waren es 163 Liter.
Auch spezielle Bedürfnisse werden berücksichtigt: Am Oktoberfest Thun wird sogar glutenfreies Bier angeboten. Daneben greifen die Gäste auch zu Softgetränken und Wein.
Alternativen boomen
Eine andere Entwicklung zeigt sich beim Lozärner Oktoberfest: Dort wurde zuletzt wieder mehr Bier pro Kopf getrunken als 2024. Rund fünf Prozent des ausgeschenkten Biers waren aber alkoholfrei.
«Was immer mehr zunimmt, ist der Radler-Konsum», heisst es aus Luzern. Und auch andere Getränke seien auf dem Vormarsch. Denn es werde bei ihnen besonders viel Wein und Schaumwein getrunken.
Weniger Alkohol, Stimmung bleibt
Auch am Calanda Oktoberfest in Chur beobachten die Veranstalter einen rückläufigen Bierkonsum. Dabei gehe es nicht nur ums Bier. «Es verändert sich der gesamte Getränkekonsum», heisst es. Denn es würden vermehrt Aperitifs und alkoholfreie Getränke konsumiert.
Die Partyqualität leide nicht unter dem aktuellen Trend. Aus Chur heisst es: «Die Gäste feiern weiterhin ausgelassen, auch wenn insgesamt weniger Alkohol konsumiert wird.»
Champagner und Spirituosen
Kaum Veränderungen beim Bierkonsum meldet das Winterthur Oktoberfest. Zwar wird auch dort mehr alkoholfreies Bier getrunken, mengenmässig seien die Unterschiede aber gering.
Trotzdem zeigt sich auch in Winterthur eine Veränderung: Champagner und Spirituosen würden etwas häufiger bestellt, heisst es.
Ein Fest für alle
Besonders deutlich zeigt sich dafür der Wandel bei der Züri-Wiesn am Zürcher Hauptbahnhof. Das Fest versteht sich längst nicht mehr als reine Bier-Veranstaltung.
Gemeinsames Betrinken sei kein zeitgemässer Brauch mehr, heisst es aus Zürich. «Alkoholische Getränke werden zu einem grossen Teil mit Verstand konsumiert – wenn überhaupt», so der Veranstalter.
In Zürich werde alkoholfreies Bier im Vergleich zu den Vorjahren tendenziell häufiger gekauft. Und auch hier hat der Verkauf von alkoholfreien Getränken, Wein, Schaumwein (wie eben Champagner) und Cocktails zugelegt.
Bier bleibt der Klassiker
Trotz des Wandels bleibt Bier ein wichtiger Bestandteil der Oktoberfeste. Aus Luzern heisst es: «Bier ist immer noch ein sehr beliebtes Getränk und gehört zum Oktoberfest wie die Brezn.»
Und in Thun rechnet man weiterhin mit durchschnittlich zwei Litern Bier pro Gast.

















