Feuerwerk

«Nicht feuern, kein Feuerwerk» – Feuerwehr-Kommandant mahnt!

Shannon Senn
Shannon Senn

Toggenburg,

Der Nationalfeiertag rückt näher – voraussichtlich ohne Feuerwerk. Feuerwehr-Kommandant Michael Ehrbar erklärt, worauf die Bevölkerung besonders achten sollte.

ehrbar
Michael Ehrbar weiss, was es am 1. August zu beachten gibt. - zVg

Die vergangenen Wochen waren heiss und trocken.

Bereits ein kleiner Funke könne deshalb einen grossen Brand auslösen. Der Kommandant der Feuerwehr Wattwil/Lichtensteig Michael Ehrbar betont, welch schwerwiegende Folgen das haben kann: «Bei dieser Trockenheit verbreitet sich ein Feuer zunderartig. Wenn zusätzlich Wind aufkommt oder das Feuer am Fuss eines Hangs entsteht, geht es noch schneller.»

Besonders problematisch sei, dass sich ein Brand nicht auf die Oberfläche beschränke. Das Feuer dringt 15 bis 20 Zentimeter in den Boden ein. «Deshalb reicht es auch nicht, die Stelle einfach mit Wasser zu bespritzen», erklärt Ehrbar. «Wir müssen den Boden aufhacken und auch die Glut darunter bekämpfen.»

Feiern mit Vernunft

Mit dem 1. August steht ein Feiertag bevor, der traditionell mit Grillieren und Feuerwerk verbunden ist.

Ehrbar rechnet nicht damit, dass das bestehende Feuerwerksverbot bis dahin aufgehoben wird. «Ich würde deshalb gar kein Feuerwerk kaufen. Wahrscheinlich wird man es ohnehin nicht verwenden dürfen.»

Dabei gehe es nicht nur um Raketen oder Vulkane: «Auch kleine Dinge wie Wunderkerzen können bei diesen Wetterbedingungen gefährlich sein.» Auch beim Grillieren sei Vorsicht geboten. Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte nach Möglichkeit einen Gas- oder noch besser einen Elektrogrill verwenden.

grillieren
Beim Grillieren gilt es, vorsichtig zu sein. Am besten verwendet man einen Elektrogrill. - Shannon Senn

«Ganz wichtig ist zudem, den Grill nie unbeaufsichtigt zu lassen», betont Ehrbar. Auch bei der Dekoration empfiehlt er Zurückhaltung: Lampions sollten – wenn überhaupt – nur mit LED-Kerzen betrieben werden. Glücklicherweise habe sich die Bevölkerung bis anhin grundsätzlich an das Feuerverbot gehalten – einzelne Ausnahmen gebe es natürlich immer.

«Zum Glück hatten wir bisher keinen entsprechenden Einsatz», so Ehrbar. Damit das so bleibt, könne jede und jeder im Alltag einen Beitrag leisten. So könne etwa der heisse Auspuff eines Rasenmähers trockenes Gras entzünden. Auch beim Abbrennen von Unkraut – was im Übrigen generell verboten ist – sei besondere Vorsicht geboten.

feuerverbot
Wegen heissen Temperaturen und enormer Trockenheit: In der gesamten Region herrscht Feuer- und Feuerwerkverbot. - Shannon Senn

«Überlegen Sie sich, ob Sie das Unkraut wirklich abflammen müssen oder ob es auch eine andere Möglichkeit gibt.» Zusätzlich legt er allen ans Herz, einer möglichen Wasserknappheit vorzubeugen. Noch sei dies auf freiwilliger Basis.

«Ich empfehle aber allen, ihren Wasserverbrauch zu hinterfragen», so der Kommandant.

Für den Ernstfall gerüstet

Sollte es aber trotzdem zu einem Brand kommen, sei man vorbereitet: Im vergangenen Jahr hat sich die Feuerwehr Wattwil/Lichtensteig vertiefter mit dem Thema Waldbrand auseinandergesetzt und die Abläufe geübt. Ausserdem hat die Bevölkerungsschutzkommission in den letzten Jahren genug Material angeschafft, so dass man gut ausgerüstet ist.

Kommst du mit dem heissen Sommer gut klar?

«Erst jetzt mit den Vorbereitungen anzufangen, wäre sowieso zu spät», sagt Ehrbar. Waldbrände seien kräftezehrende Einsätze: Abseits der Strassen und an Hängen den Boden aufzuhacken, seien lange und intensive Einsätze. Da die Feuerwehr Wattwil/Lichtensteig als Milizsystem organisiert ist, sei es auch nicht für alle Mitglieder einfach, unter solchen Bedingungen draussen in der Hitze zu arbeiten.

Umso mehr hofft Ehrbar, dass es gar nicht erst so weit kommt. Entscheidend sei, dass sich die Bevölkerung weiterhin an die geltenden Vorschriften halte. Er betont auch, dass sich die aktuelle Lage nicht nach zwei Gewittern ändert: «Es bräuchte rund zwei Wochen Dauerregen, damit sich die Situation entschärft.»

Ehrbars Appell ist deshalb klar: «Nicht feuern, kein Feuerwerk

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in der «Toggenburger Zeitung» erschienen.

Kommentare

User #2867 (nicht angemeldet)

Wie werden die Verbote kontrolliert?

User #3505 (nicht angemeldet)

Lacht breit übers gesicht wohl nur ein witz

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