Neuer 10-Millionen-Tunnel nach drei Wochen schon verschmiert
Mit einem Volksfest feierte St. Gallen die neue Velo- und Fussgänger-Unterführung Beginenweg. Drei Wochen später war der Zehn-Millionen-Bau bereits versprayt.

Das Wichtigste in Kürze
- Unbekannte besprühten die neue Unterführung in St. Gallen mit politischen Parolen.
- Die Stadt prüft nun eine Videoüberwachung des Tunnels.
- Die Schmierereien waren nach 1,5 Stunden Reinigung wieder weg.
Die Eröffnung vor gut drei Wochen war gross: Hunderte Menschen kamen zum Volksfest, es gab Musik, Verpflegung und Führungen durch das neue Bauwerk.
Stadtrat Markus Buschor setzte sich selbst aufs Velo und fuhr durch die neue Unterführung.

Rund zehn Millionen Franken hat St. Gallen in den Beginenweg-Tunnel investiert. Die neue Verbindung führt unter den Bahngleisen hindurch und verbindet die Gebiete bei der Lokremise und der Reithalle.
Fussgängerinnen und Velofahrer sollen dadurch sicherer und direkter durch die Stadt gelangen.
Doch nur drei Wochen nach dem Fest war es mit dem makellosen Neubau bereits vorbei.
«Krieg dem Krieg»
Unbekannte hatten mehrere Wände grossflächig versprayt. Auf dem hellen Beton standen unter anderem «Rojava», «Krieg dem Krieg» und der Zahlencode «161». Weitere Tags verteilten sich über mehrere Bereiche der Unterführung.
Bilder davon landeten in einer St. Galler Facebook-Gruppe und sorgten für Ärger. «Es kann nicht sein, dass ein neu eröffnetes, hell und einladend gestaltetes Bauwerk innert Wochen verschandelt wird», schrieb der Verfasser des Beitrags.

In den Kommentaren rückte rasch eine weitere Frage in den Mittelpunkt: Warum wird der neue Tunnel nicht mit Kameras überwacht?
Allerdings gab es auch Zweifel, ob eine Videoüberwachung die Sprayereien verhindert hätte. Vermummte Personen liessen sich selbst auf Aufnahmen nur schwer identifizieren, hielt ein Kommentator dagegen.
Stadt prüft Kameras
Tatsächlich könnte der Tunnel künftig überwacht werden. Die Stadt bestätigt gegenüber Nau.ch, dass die Installation einer Videoüberwachung derzeit geprüft werde.
Einfach Kameras montieren kann sie allerdings nicht. «Grundsätzlich darf der öffentliche Raum nicht ohne Bewilligung überwacht werden», erklärt die Stadt. Dafür wäre eine öffentliche Auflage nötig.
Ob es tatsächlich so weit kommt, ist noch offen.
Sprayereien bereits entfernt
Die Schmierereien selbst sind inzwischen wieder verschwunden. Mitarbeitende des Tiefbauamts entfernten sie am Montag, 13. Juli.
Der Aufwand hielt sich laut Stadt in Grenzen. Die Reinigung dauerte rund eineinhalb Stunden und wurde intern erledigt.

Zuvor hatte die Stadt über ihre App Stadtmelder angekündigt, bei der Stadtpolizei St. Gallen Strafanzeige gegen Unbekannt einzureichen.








