Neuenburgersee-Ufer schwindet – es braucht tonnenweise Sand

    Stephan Felder
    Stephan Felder

    Cheseaux-Noréaz,

    Am Neuenburgersee frisst die Erosion jedes Jahr rund einen Meter Ufer weg. Nun sollen 14'000 Kubikmeter Sand einen besonders wertvollen Abschnitt schützen.

    Neuenburgersee
    Am Neuenburgersee wird tonnenweise Sand verlegt, um das Seeufer zu retten. - Screenshot RTS

    Das Wichtigste in Kürze

    • In der Grande Cariçaie weicht das Seeufer jährlich um rund einen Meter zurück.
    • Ein Saugbagger bringt 14'000 Kubikmeter Sand aus dem See zurück ans Ufer.
    • Die Arbeiten schützen Naturgebiete, archäologische Stätten und nahe Wohnhäuser.

    Dem Neuenburgersee geht Jahr für Jahr ein Stück Ufer verloren.

    In der Grande Cariçaie beträgt der Rückgang rund einen Meter jährlich. Denn: Wellen, Bootsverkehr und starke Zuflüsse können den Sand abtragen.

    Nun wird gegengesteuert: Mit 14'000 Kubikmetern Sand soll ein Kilometer Ufer geschützt werden, wie das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS berichtet.

    Grande Cariçaie
    Die Grande Cariçaie nimmt das gesamte Südufer des Neuenburgersees ein. - Google Maps

    Die Arbeiten kosten 900'000 Franken. Dafür kommen die Kantone Waadt und Freiburg sowie der Bund auf.

    Sand vom Seegrund soll das Ufer retten

    Zum Einsatz kommt ein schwimmender Saugbagger. Sein Arm reicht bis zu 5,4 Meter tief ins Wasser und saugt dort Sand ab. Vermischt mit Wasser gelangt dieser zurück ans Ufer.

    Hast du schon einmal im Neuenburger See gebadet?

    Dort wird eine flach abfallende Böschung angelegt. Sie soll verhindern, dass die Wellen den Sand erneut wegspülen. Anschliessend wird Schilf gepflanzt, um den Schilfgürtel wiederherzustellen.

    Bis eine geeignete Lösung gefunden war, dauerte es drei Jahre, erklärt Ludovic Piccand. Er leitet die Firma, die die Baggerarbeiten ausführt.

    Wo Wasser war, liegt wieder Sand

    An zwei Abschnitten lässt sich bereits erkennen, was der Eingriff bewirkt: Wo das Wasser zuvor einen halben Meter tief war, liegt inzwischen wieder ein Sandstrand.

    Der aktuell geschützte Uferkilometer ist besonders wichtig. Dahinter befinden sich wertvolle Naturgebiete und archäologische Stätten, die zum Unesco-Welterbe gehören.

    Auch Wohnhäuser stehen dort – teilweise nur rund 50 Meter vom Wasser entfernt. Ohne Gegenmassnahmen drohe ihnen in einigen Jahrzehnten eine Überflutung, erklärt Michel Baudraz, Direktor des Vereins Grande Cariçaie.

    Die zweite Phase der Arbeiten soll Anfang 2027 beginnen.

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    Kommentare

    User #2158 (nicht angemeldet)

    Wie Sinnfrei, der Sand gleitet wieder nach unten, somit beginnt das Baggern von vorn. Der Mensch muss mit der Natur gehen, nicht gegen sie arbeiten um etwas x beliebiges zu konservieren.

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