Nestlé rechnet bei kaltem Kaffee mit «Revolution» in der Branche

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Bern,

Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé sieht im Trend zu kalten Kaffeegetränken einen grundlegenden Wandel im Kaffeemarkt. «Das ist kein Hype, sondern ein Turnaround in der Kaffeebranche», sagte Nestlé-Schweiz-Chef Cédric Boehm am Mittwoch vor Journalisten in Zürich.

Philipp Navratil
Nestlé-CEO Philipp Navratil bei der Generalversammlung in Lausanne Mitte April. - keystone

Mit einem nun auch in der Schweiz lancierten Espresso-Konzentrat für kalte Kaffeegetränke zu Hause will Nestlé vom Boom von sogenanntem «Cold Coffee» profitieren. Nestlé ist dabei nicht allein. Auch der Konkurrent Jacobs bietet neuerdings ein Kaffee-Konzentrat an. Und bei der Milchverarbeiterin Emmi ist kalter Kaffee mit der «Caffè Latte»-Reihe seit über 20 Jahren ein Verkaufsschlager.

Nestlé sieht darin für sich ein neues Wachstumssegment. «Was als Bewegung in den Coffeeshops begann, wurde von der Generation Z zu einem echten Massenphänomen», sagte Guillaume Savoy, Leiter Kaffee bei Nestlé Schweiz. Der Trend werde stark durch internationale Coffee-Shop-Ketten getrieben. Besonders in Asien sei der Trend stark, hiess es.

Laut Nestlé wird weltweit inzwischen jedes dritte Kaffee in Coffeeshops kalt bestellt. Gemäss Branchenkennern sind bei der US-Kaffeekette Starbucks sogar rund drei Viertel der verkauften Kaffeegetränke kalt.

Jetzt will Nestlé dem kalten Kaffee mit der neuen Produktekategorie auch zu Hause zum Durchbruch verhelfen. In der Schweiz trinken gemäss Unternehmensangaben erst 11 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten ihren Kaffee kalt. Bei den Unter-35-Jährigen liegt der Anteil allerdings bereits bei 30 Prozent.

Für Nestlé ist das Segment auch wirtschaftlich attraktiv. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass solche Convenience-Produkte höhere Margen erzielen als klassischer Pulverkaffee für zu Hause.

Zudem verschwimmen laut Nestlé zunehmend die Grenzen zwischen Kaffee und anderen Getränkekategorien. Die Konzentrate würden etwa mit Milch, Soda oder Fruchtsaft gemischt. «Es ist nicht nur Kaffee», sagte Savoy.

Der Konsum von Kaffee zu Hause ist derzeit zwar noch deutlich kleiner als das Geschäft ausser Haus, wächst aber wesentlich schneller. Der weltweite Kaffeemarkt beläuft sich laut früheren Angaben von Nestlé auf rund 455 Milliarden Franken. Experten rechnen bis 2030 mit einem jährlichen Wachstum von rund 4 Prozent.

Dabei legte 2024 vor allem der Heimkonsum zu: Das Geschäft mit Kaffee für zu Hause wuchs um 7 Prozent auf 105 Milliarden Franken. Der deutlich grössere Ausserhaus-Markt – etwa Restaurants, Hotels oder Coffeeshops – stieg dagegen lediglich um 2 Prozent auf rund 350 Milliarden Franken.

Der Bereich Kaffee respektive Getränke in flüssiger und Pulverform trägt bei Nestlé rund einen Viertel zum Gesamtumsatz von fast 90 Milliarden Franken bei. Nestlé will künftig weniger, aber dafür grössere Innovationen lancieren. Das Kaffeekonzentrat für daheim zählt zu diesen Wachstumsprojekten.

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