Nähmaschinen-Firma Bernina will letzte Schweizer Fabrik schliessen

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Bodensee,

    Bernina zieht die letzte Nähmaschinen-Montage aus Steckborn TG ab. Bis zu 40 Stellen sind gefährdet. Der finale Entscheid fällt am 18. Februar.

    Bernina
    Bernina schliesst sein Werk in Steckborn TG. Der finale Entscheid ist aber noch nicht gefallen. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bernina will die letzte Schweizer Fabrik schliessen.
    • Bis zu 40 Stellen sind durch die Schliessung gefährdet.
    • Die Verlagerung soll Geld einsparen und das Unternehmen wettbewerbsfähig machen.

    Das Bangen um den Traditionsbetrieb geht weiter: Der Nähmaschinenhersteller Bernina beendet voraussichtlich die Endmontage in Steckborn TG und verlagert die letzte Fertigungslinie nach Thailand.

    Damit endet beim 133-jährigen Familienunternehmen eine Ära, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Die Geschäftsleitung hat in Absprache mit dem Verwaltungsrat den Entscheid gefällt, die Verlagerung zu prüfen.

    Finaler Entscheid fällt Bernina Mitte Februar

    Final ist der Entscheid aber noch nicht, wie Bernina gegenüber Nau.ch mitteilt. «Das Konsultationsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Es wurde auf Antrag der Mitarbeitervertretung um eine Woche verlängert», teilt ein Sprecher mit.

    Die Geschäftsleitung werde in der kommenden Woche die Vorschläge der Mitarbeitervertretung überprüfen. «Der finale Entscheid wird am 18. Februar feststehen.»

    Grund für die geplante Schliessung sind der starke Franken und der schwache US-Dollar, der die exportorientierte Firma stark belastet. Denn drei Viertel des Umsatzes erzielt Bernina in den USA.

    Hast du zu Hause eine Bernina-Nähmaschine?

    CEO Kai Hillebrandt sagt zur «Sonntagszeitung»: «Ich bin überhaupt nicht glücklich, dass ich diesen Entscheid vertreten muss.» Er betont aber zugleich seine Verantwortung für die Zukunft der Firma.

    Der Dollar sei zuletzt auf 76 Rappen gefallen. «Einen derart rapiden Dollarzerfall können wir nicht so einfach kompensieren, das tut uns wirklich weh.»

    Wegfall von bis zu 40 Stellen droht

    In Steckborn bleiben über 300 Arbeitsplätze in Bereichen wie Entwicklung, Prototypenbau, IT und Marketing erhalten.

    Kündigungen sind dennoch absehbar: Bernina spricht von bis zu 40 möglichen Betroffenen. Derzeit läuft ein Konsultationsverfahren – Mitte Februar herrscht dann Gewissheit.

    CEO Hillebrandt versichert derweil, er tue «alles, um den Schaden für die Kolleginnen und Kollegen möglichst gering zu halten».

    Die Verlagerung soll Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe bringen und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Automatisierung sei keine Alternative, da Nähmaschinen von Hand montiert werden müssten.

    Das Werk in Thailand gehört vollständig zur Bernina-Gruppe und arbeitet nach Schweizer Standards.

    Anmerkung der Redaktion

    In einer früheren Fassung des Artikels hiess es, der Entscheid zur Produktionsauslagerung sei bereits final. Dem ist aber nicht so. Wir bitten für den Fehler um Entschuldigung.

    Kommentare

    User #3614 (nicht angemeldet)

    Nun wird wohl auch die Bezeichnung SWISS ENGINEERING von den Maschinen verschwinden.

    User #1197 (nicht angemeldet)

    Stimmt nicht, die werden nun in Rielasingen( D) produziert

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