Nach Pleite-Streit: Zoo Zürich vergibt Voliere ins Ausland
Nach dem Knatsch mit einer Zürcher Stahlbaufirma setzt der Zoo Zürich nun auf Partner aus Italien und der Slowakei.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Zoo Zürich hat zwei neue Stahlbaufirmen verpflichtet.
- Der Auftrag geht nach Italien und in die Slowakei.
- Zuvor war der Zoo mit Baltensperger aus Höri zerstritten.
Der Zoo Zürich hat für seine Pannen-Voliere neue Partner gefunden. Nach dem Streit mit der Zürcher Stahlbaufirma Baltensperger geht der Auftrag nun ins Ausland.
Fertigstellen sollen die Voliere des künftigen Pantanal Feuchtgebiets zwei Firmen aus Italien und der Slowakei. Konkret handelt es sich um Stakotra Manufacturing und Cimolai S.p.A.
Auftrag geht nun ins Ausland
Damit setzt der Zoo Zürich nicht mehr auf eine Schweizer Stahlbaufirma. Ursprünglich war Baltensperger aus Höri ZH für die anspruchsvolle Stahlkonstruktion vorgesehen.
Im Dezember beendete der Zoo die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Der Vorwurf: Baltensperger habe die geforderten Toleranzwerte für die Voliere nicht fristgerecht und kostengerecht einhalten können.
Baltensperger wies die Vorwürfe zurück. Die Firma argumentierte, das Projekt habe sich nach Vertragsabschluss verändert und sei deutlich komplexer geworden.
Zürcher Firma geriet in Schieflage
Der Streit hatte Folgen. Baltensperger geriet nach dem Konflikt mit dem Zoo in provisorische Nachlassstundung. Laut Medienberichten wurde später über zwei Firmen von Thomas Baltensperger der Konkurs eröffnet.
Im Raum standen rund 70 Arbeitsplätze. Auch der Zürcher Regierungsrat befasste sich mit dem Fall, sah aber keine direkte Zuständigkeit. Der Zoo Zürich sei eine selbstständige Aktiengesellschaft, der Kanton nur Minderheitsaktionär.
Nun geht der Millionenauftrag also an zwei ausländische Spezialisten. Für den Zoo ist das der Neustart nach monatelangem Stillstand.
Italienischer Partner in Sanierung
Ganz unbelastet ist der neue Partner aus Italien aber nicht. Cimolai S.p.A. befindet sich laut Zoo seit 2023 in einem Sanierungsverfahren mit Gläubigervergleich.
Der Zoo betont, die operative Tätigkeit des Unternehmens laufe weiter. Ausschlaggebend seien die technische Leistung beim Probe-Werkstück und die wirtschaftliche Gesamtbeurteilung gewesen.
Zur Absicherung wurden laut Zoo Bankgarantien von in der Schweiz niedergelassenen Banken vereinbart.
Probe-Stück bestand den Test
Beide neuen Firmen mussten vor der Vergabe ein Probe-Werkstück herstellen. Laut Zoo erfüllten Stakotra und Cimolai die Anforderungen ohne Beanstandungen.
Die Arbeit wird nun aufgeteilt. Stakotra übernimmt die Unterkonstruktion und die Montage der Bogenträger. Cimolai produziert rund 60 Bogenteile.
Bereits von Baltensperger hergestellte Teile werden nicht übernommen. Die neuen Firmen könnten deren Genauigkeit und Fertigungsqualität laut Zoo nicht vollständig einschätzen.
Eröffnung bleibt offen
Trotz des Stahlbau-Stopps wurde auf der Baustelle weitergearbeitet. Die Innenbereiche für verschiedene bedrohte südamerikanische Vogelarten seien bereits fertiggestellt.
Wann das Pantanal Feuchtgebiet eröffnet wird, bleibt aber unklar. Zoodirektor Severin Dressen sagt, die Verzögerung lasse sich derzeit noch nicht abschliessend beurteilen.
Zuerst müsse der detaillierte Bauterminplan mit den beiden neuen Firmen geprüft werden.






