Nach Crans-Tragödie: Sogar im Ausland werden Kontrollen verschärft

Stephan Felder
Stephan Felder

Crans-Montana,

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana ziehen Bars und Clubs europaweit Konsequenzen. Behörden verschärfen Kontrollen, Lokale ändern Abläufe.

Feuerfontäne
Bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana fingen Schaumstoffplatten an der Decke der Bar «Le Constellation» Feuer. - Facebook

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Tragödie von Crans-Montana verschärfen europäische Städte Sicherheitskontrollen.
  • Clubs verzichten auf Pyrotechnik und offene Flammen, Behörden prüfen Besucherzahlen.
  • Auch in der Schweiz reagieren Städte und Gemeinden mit Überprüfungen.

Die verheerende Brand-Katastrophe in Crans-Montana hat Auswirkungen auf den Bar- und Clubbetrieb in ganz Europa.

Viele Behörden verschärfen die Kontrollen in den Nachtclubs.

Verschärfte Überprüfungen in Paris

So etwa in Paris. In einem Schreiben des Polizeivorstehers heisst es wörtlich: «Das jüngste Drama bei unseren Schweizer Nachbarn (…) veranlasst mich, Sie zu bitten, die Aufmerksamkeit der Betreiber besonders auf mehrere Punkte zu lenken.»

Darunter fallen: Einhaltung der maximalen Besucherzahl, Freihalten der Ausgänge, Verbot der Verwendung von Kerzen und offenen Flammen.

Und: Generelle Überprüfung der ordnungsgemässen Funktion der Sicherheitseinrichtungen.

Sollten Pyro-Kerzen in Innenräumen grundsätzlich verboten werden?

Auch in Österreich haben die Ereignisse von Crans-Montana Konsequenzen.

Die Wiener Kult-Bar Bettel-Alm schreibt auf Facebook: «Aufgrund der aktuellen Ereignisse haben wir uns entschieden, bis auf Weiteres auf Sprühkerzen (Tischfeuerwerk) beim Flaschenservice zu verzichten.»

Bettel-Alm
Der Facebook-Post der Bettel-Alm. - Screenshot Facebook

Weiter steht im Beitrag: «Unsere Gedanken sind bei den Opfern in der Schweiz – vielen Dank für euer Verständnis.»

Für den gleichen Schritt haben sich Bars in Stuttgart entschieden: Die Perkins Park und die Boa servieren Champagnerflaschen aus Pietätsgründen vorerst nur noch ohne Pyrotechnik.

Massnahmen auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz hat die Katastrophe Auswirkungen aufs Nachtleben.

Die Stadt Lausanne hat etwa 600 Lokale mit Bar- und Clubbetrieb aufgefordert, ihre Brandschutz- und Sicherheitskonzepte zu überprüfen. Dazu zählen Notausgänge, Feuerlöscher, Evakuationspläne und Trainings für Mitarbeitende.

Die Stadt will überdies prüfen, ob bisherige behördliche Kontrollen korrekt durchgeführt worden sind.

Die Berner Oberländer Gemeinden Adelboden und Lauterbrunnen wollen die Brandschutz- und Evakuierungs-Standards der Bars, Clubs und Restaurants kontrollieren.

In diesen beiden Gemeinden finden in den kommenden Wochen die Ski-Weltcup-Rennen am Chuenisbärgli und am Lauberhorn statt.

Direkte Massnahme in Biel

In Biel reagierte ein Bar-Betreiber und entfernte die Schallpanels aus seiner Bar. Die Stadt Biel prüft überdies mögliche präventive Massnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes in Gastgewerbebetrieben.

Viele Betreiber reagieren freiwillig. Nicht aus gesetzlichem Zwang, sondern aus Verantwortung gegenüber Gästen und Mitarbeitenden.

Ob die verschärften Kontrollen nur vorübergehend sind oder langfristig Bestand haben, ist offen. Für die Clubszene könnten sie jedoch nachhaltige Veränderungen bedeuten.

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