Wegen der Inflation wird das Baugewerbe teurer. Das spüren auch Bewohner von Mitholz BE: Das vom VBS versprochene Geld für Ersatzhäuser reicht nicht immer aus.
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Mitholz im Kandertal BE. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Die Räumung eines alten Munitionslagers zwingt Bewohner von Mitholz BE zur Umsiedlung.
  • Das vom VBS versprochene Geld für Ersatzhäuser reicht wegen der Inflation nicht aus.
  • Nun will das Verteidigungsdepartement seine Regeln entsprechend anpassen.

Seit Jahren werden Bewohner von Mitholz im Kandertal BE darauf vorbereitet, dass sie eines Tages ihr Dorf verlassen müssen. Grund: Das Verteidigungsdepartement VBS will das ehemalige, aber noch immer explosive Munitionsdepot der Armee räumen.

Um den Bewohnern finanziell unter die Arme zu greifen, hat das VBS für deren alte Häuser jeweils eine Offerte vorgelegt. Mit dem Geld sollen sie sich ein neues Zuhause leisten können. Die Inflation macht diesem Plan nun aber einen Strich durch die Rechnung.

Denn auch das Baugewerbe ist von den steigenden Preisen betroffen. Bedeutet: Das unterbreitete Angebot vom VBS reicht nicht immer aus, um sich ein neues Heim zu kaufen.

Das gilt auch für Peter Zumkehr, der aus Mitholz fort muss. Er klagt: «Die letzte Offerte reicht nicht aus für das Haus». Der 80-Jährige muss auch eigenes Geld in den Neubau investieren, wie er gegenüber SRF sagt.

Wegen Inflation: Kaufbeträge könnten erhöht werden

Adrian Götschi, Leiter des Räumungsprojekts beim VBS, verspricht eine Lösung. Sie würden ihre Regeln diesbezüglich ergänzen, «damit wir hier auch bei der galoppierenden Teuerung fallweise faire Angebote aufrechterhalten können.»

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Wohnhäuser in Mitholz BE.
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Die Bewohner müssen Mitholz BE verlassen.
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Grund für die Umsiedlung ist das Räumungsprojekt für das Munitionsdepot der Armee.
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Adrian Götschi, Projektleiter Mitholz, zweite-rechts, spricht an der Seite von Simon Wermuth, ASTRA, Teilprojektleiter Schutzbauten Strasse, Hanspeter Aellig, Stellvertetender Projektleiter

Die bereits vereinbarten Kaufbeträge könnten teils erhöht werden. Zugleich weist Götschi darauf hin, dass es nicht mehr Geld für diejenigen Mitholzer gebe, die deswegen später wegziehen würden. «Weil entsprechend eben das Geld zu einem späteren Zeitpunkt auch weniger Wert hat», erklärt Götschi.

Somit wird klar: Dem VBS bleibt nichts anderes übrig, als mehr Geld als ursprünglich geplant für die Ersatzliegenschaften auszugeben. Dasselbe gilt für die Räumung der Munition.

Bereitet Ihnen die Inflation Sorgen?

Für die geplanten Schutzbauten für Schiene und Strassen muss das VBS tief in die Tasche greifen. Gerechnet werde mit Kosten in einer dreistelligen Millionenhöhe, so Götschi.

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