Mindestens 284'000 Menschen gelten weltweit als vermisst
Das Rote Kreuz sucht weltweit nach rund 284'000 Vermissten, was einem Anstieg von fast 70 Prozent gegenüber 2019 entspricht.

Das Rote Kreuz sucht weltweit nach rund 284'000 Vermissten. Das sei ein Anstieg um fast 70 Prozent gegenüber 2019, teilte die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung in Genf mit. Grund für die Entwicklung sei vor allem die gestiegene Zahl an Konflikten, Massenmigration und die schwindende Achtung vor Regeln im Krieg.
«Vom Sudan über die Ukraine bis nach Syrien und Kolumbien ist der Trend eindeutig: Immer mehr Fälle vermisster Personen sind ein deutliches Zeichen, dass Konfliktparteien und diejenigen, die sie unterstützen, während eines Krieges nicht in der Lage sind, Menschen zu schützen», sagte Pierre Krähenbühl, Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).
Rotes Kreuz warnt: Dunkelziffer vermutlich viel höher
Die Zahlen seien nur die Spitze des Eisbergs und erfassten nur die Fälle, die Familien dem Roten Kreuz gemeldet hätten, hiess es. Die Dunkelziffer sei sicher weitaus höher.
Staaten und Konfliktparteien trügen die Verantwortung dafür, das Verschwinden von Menschen zu verhindern, hiess es. Zugleich wurden den Angaben zufolge seit 2019 mehr als 16'000 Menschen lokalisiert und über 7000 wieder mit ihren Familien vereint. Diese Fälle seien dank der gemeinsamen Anstrengungen des IKRK, nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften und in einigen Fällen auch der Familien selbst gelöst worden.