Milch in der Schweiz ist nicht frei von Gentechnik

    Stéphanie Hofer
    Stéphanie Hofer

    Bern,

    Das Futter für unsere Milchkühe ist gentech-frei. Diesem werden aber Vitamine und Enzyme beigemischt. Diese können nicht als hundertprozentig gentech-frei deklariert werden. Die Milchlobbys und Konsumenterschützer streiten sich darüber.

    schweizer milch
    Schweizer Milch erfreut sich in der Pandemiezeit gutem Absatz. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Dem Futter für Schweizer Milchkühe werden Vitamine und Enzyme beigemischt.
    • Aufgrund dieser Tatsache kann Schweizer Milch nicht als gentech-frei gelabelt werden.

    Milchbauern und Konsumentenschützer streiten sich über die Tatsache, ab wann Milch als gentech-frei bezeichnet werden kann. Wie «SRF» berichtet, werden die Schweizer Milchkühe mit Futter aus Brasilien gefüttert. Aber dieses wird nach dem Import zusätzlich mit Vitaminen und Enzymen angereichert.

    Das reine Futter wäre an und für sich gentech-frei, das Problem sind die eben beigefügten Vitamine. Diese stammen aus Gentechnik-Produktion. Schweizer Milch kann deshalb nicht als gentech-frei bezeichnet werden.

    Für Konsumentenschützerin Sara Stalder ist dies auch richtig so: «Das ist eine Irreführung, wenn man sagen würde, dass dies gentech-freie Milch sei», sagt sie zu «SRF». «Wenn man explizit ausloben will, dass keine Gentechnik in einem Lebensmittel vorhanden ist, muss das auch stimmen. Viele Leute verlassen sich darauf, weshalb es dort keine Toleranz gibt.»

    Das Problem der Schweizer Milchbranche liegt im umliegenden Europa. Dort dürfen die genau gleich hergestellte Milchprodukte nämlich als gentech-frei beworben werden. Das ärgert Stefan Kohler, Direktor der Branchenorganisation Milch. Die Milchlobby kämpft nun dafür, die Milch trotzdem als gentech-frei labeln zu können. Diverse Vorstösse sollen die Verordnung lockern. Ein Entscheid des Bundesrats wird in den nächsten Wochen erwartet.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Der LKW mit dem Kran musste die Baustelle an der Burgstrasse unverrichteter Dinge wieder verlassen.
    «Anwohner provoziert»
    Hans-Ulrich Bigler
    1 Interaktionen
    Hans-Ulrich Bigler

    MEHR AUS STADT BERN

    Rente
    Vorsorge
    SCL Tigers
    SCB unterliegt Ajoie
    YB Frauen
    2 Interaktionen
    Cup-Derby
    Kanton Bern
    Kanton Bern