Hass

    Mehr als ein Hass-Übergriff pro Woche auf LGBTQ-Menschen

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Trotz der Covid-19-Pandemie mit all ihren Folgen ist die Zahl der Hass-Übergriffe auf LGBTQ-Menschen in der Schweiz 2020 nicht zurückgegangen.

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    Im Cartoonmuseum Basel ist erstmals in Europa eine Retrospektive der bedeutendsten queeren Comickünstlerin der USA, Alison Bechdel, zu sehen. (Archivbild) - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mitglieder der LGBTQ-Community sehen sich zunehmend mit Hass konfrontiert.
    • Die Zahl der Übergriffe ist auch im Jahr 2020 nicht zurückgegangen.

    Trotz der Covid-19-Pandemie mit all ihren Folgen ist die Zahl der Hass-Übergriffe auf LGBTQ-Menschen in der Schweiz 2020 nicht zurückgegangen. Die Helpline der entsprechenden Organisationen verzeichnete 61 körperliche oder verbale Angriffe, also mehr als einen pro Woche.

    Nur 20 Prozent reichen Anzeige ein

    Wegen körperlicher Angriffe gingen 18 Prozent der Meldungen ein, wie Pink Cross und die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie vom Montag mitteilten. Das ist ein Rückgang, gingen doch seit Gründung der Helpline 2016 jeweils ein Drittel der Meldungen wegen körperlicher Gewalt ein.

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    LGBTQ-Aktivisten demonstrieren 2013 in Russland. (Archivbild) - Keystone

    Insgesamt 85 Prozent der Meldenden wurden 2020 beleidigt und beschimpft. Mit Abstand am meisten Meldungen gingen aus dem Kanton Zürich ein. Die Organisationen führen das auf eine höhere Sichtbarkeit der LGBTQ-Menschen (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Transgender, Queer) und eine bessere Bekanntheit der Helpline zurück.

    Die wenigsten dieser Hate Crimes wurden angezeigt. Nur 20 Prozent der bei der Helpline gemeldeten Übergriffe landeten bei der Polizei. Wer Anzeige erstattete, attestierte der Polizei meistens eine sachliche Reaktion.

    Psychische Folgen sind häufig

    Die meisten Meldenden waren zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Organisationen gehen bei Jüngeren allerdings von einer Dunkelziffer aus. Die Wunden der Übergriffe waren tief. Über die Hälfte der Meldenden gab an, psychisch an den Folgen zu leiden. Das führt dazu, dass sich viele LGBTQ-Menschen nicht mehr als queere Person auf die Strasse trauen.

    Für die Organisatoren ist klar, dass LGBTQ-Feindlichkeit nach wie vor weit verbreitet ist. Die Kantone müssten umfassende Sensibilisierungs- und Präventionsmassnahmen ergreifen, fordern die Organisationen.

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