Massiver Bergsturz: Eine Million Kubikmeter Gestein donnern ins Tal

    Gerrit Fredrich
    Gerrit Fredrich

    Poschiavo,

    Ein gewaltiger Bergsturz hat sich am Sonntagmorgen am Piz Bernina ereignet, einem legendären Viertausender an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien.

    Bergsturz
    Piz Bernina - Massiver Bergsturz: Eine Million Kubikmeter Gestein donnern ins Tal. (Archivbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein gewaltiger Bergsturz ereignete sich am Piz Bernina.
    • Mehr als eine Million Kubikmeter Gestein lösten sich dabei und stürzten ins Tal.

    Am Piz Bernina ereignete sich am Sonntag ein gewaltiger Bergsturz. Unterhalb des Nebengipfels Piz Scerscen lösten sich mehr als eine Million Kubikmeter Gestein und stürzten ins Tal.

    Der Piz Bernina ist mit 4048 Metern Höhe der östlichste Viertausender der Alpen und gleichzeitig der einzige in den Ostalpen. Er liegt im Grenzbereich zwischen dem Schweizer Kanton Graubünden und der italienischen Provinz Lombardei. Der südwestliche Nachbargipfel des Piz Bernina ist der Piz Scerscen, mit einer Höhe von 3970 Metern.

    Gegen 7 Uhr morgens brach ein riesiger Teil des Gipfelaufbaus unterhalb dieses Berggiganten ab, wie «Merkur» berichtet. Die Sektion Bernina des Schweizer Alpen-Clubs SAC spricht angesichts dieser enormen Masse von einem Bergsturz.

    Hubschrauber im Einsatz: Suche nach Verschütteten

    Nachdem die Nachricht über den massiven Felsabgang eingegangen war, startete ein Helikopter zur Kontrolle des Gebiets. Anita Senti, Mediensprecherin der Kantonspolizei Graubünden, teilte mit: «Zum Glück konnte beim Erkundungsflug diesbezüglich nichts festgestellt werden. Auch haben wir keine Vermisstenmeldungen erhalten».

    Bergsturz
    Piz Tschierva, Piz Morteratsch, Piz Palue, ganz hinten, Piz Bernina, Piz Scerscen und Piz Roseg, von links nach rechts. Auf dem Piz Bernina ereignete sich ein Bergsturz. - keystone

    Die riesigen Gesteinsmengen, die sich mit Gletschereis vermischt hatten, rollten über eine Felskante in die Tiefe. Sie ergossen sich über das Hochtal des Val Roseg. Die Zunge der gigantischen Eis- und Steinlawine ist fünf Kilometer lang. Sie kam etwa eineinhalb Kilometer vor dem Hotel Roseg zum Stillstand.

    Bergsturz blockiert Zugänge zu SAC-Hütten

    Der Schuttstrom hat einen Teil der Zugänge zu mehreren Hütten des Schweizer Alpen Clubs (SAC) blockiert. Laut SAC sind die Zustiege zur Coaz- und Chamannahütte vom Schuttstrom überfahren worden. Ausserdem traf es sämtliche Querungen des Tschiervagletschers zum Piz Roseg, Piz Scerscen und Piz Aguagliouls.

    Bereits im Oktober vergangenen Jahres war es am Piz Scerscen zu einem Felssturz gekommen. Der hatte den Tschiervagletscher auf einer Höhe von rund 3200 Meter fast auf ganzer Breite bedeckt. Im Januar und Februar 2023 ereigneten sich zudem am Nachbargipfel Piz Umur mehrere Felsstürze.

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