Das Lehrpersonal wird in der Schweiz immer weiblicher. Und das nicht nur in der Primarschule: Im Jahr 2020 war jeder vierte Professor eine Frau.
Lehrer in Brandenburg
Eine Englisch-Lehrerin einer Grundschule schreibt Unterrichtsinhalte an die Tafel. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In vielen Stufen sind bereits die Hälfte der Lehrpersonen weiblich.
  • Bei den Universitätsabschlüssen überholten Frauen sogar die Männer.
  • Auch immer mehr Absolventinnen entscheiden sich dazu, Professorin zu werden.

Die Gleichstellung ist unter Lehrkräften auf manchen Stufen bereits real: Auf Primar- und Sekundarstufe sowie an den pädagogischen Hochschulen ist mindestens die Hälfte der Unterrichtenden weiblichen Geschlechts. Wo das noch nicht der Fall ist, holen Frauen zünftig auf: Der Anteil der Professorinnen ist in 20 Jahren von 9 auf 25 Prozent gestiegen.

Bei den Universitätsabschlüssen haben Studentinnen ihre Kommilitonen bereits 2007 überholt: Damals machten 15,5 Prozent der weiblichen Wohnbevölkerung einen Uni-Abschluss, aber nur 14,8 Prozent der männlichen.

Mittlerweile liegt das Verhältnis bei 17,1 zu 14, wie die neuesten Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) zeigen.

Lehrer Corona
Das Lehrerpersonal stösst derzeit vielerorts an seine Grenzen (Symbolbild). - Keystone

Und die Damen lassen es nicht beim Abschluss bewenden: 1980 waren noch 1,8 Prozent der Professorenstellen weiblich besetzt. 2000 dann schon 8,4 und zehn Jahre später mehr als doppelt so viele (17,1 Prozent). Im Jahr 2020 war jeder vierte Professor eine Frau.

Anteil männlicher Lehrpersonen sinkt

Die Männer haben dagegen Mühe, Land zu gewinnen. An der Primarschule beispielsweise unterrichtet klassisch eine Lehrerin. Das ist seit Jahren konstant.

Ihren höchsten Anteil auf der Primarstufe 1-2 erreichten Lehrer im Schuljahr 2014/15, als sie 5,8 Prozent der Lehrkräfte ausmachten. Mittlerweile sind es wieder 0,6 Prozentpunkte weniger.

Lehrerin Klassenzimmer Lehrerberuf coronavirus
Lehrerin in einem Klassenzimmer. (Symbolbild) - Keystone

Auf Primarstufe 3-8 sind Lehrer zwar etwas zahlreicher, aber ebenfalls auf dem absteigenden Ast: In den letzten 20 Jahren ist ihr Anteil von knapp 20 auf etwa 17 Prozent gesunken.

Auf Sekundarstufe I haben sie ihre zahlenmässige Überlegenheit bereits 2005 verloren, mittlerweile machen Männer noch 44,3 Prozent des Lehrkörpers aus. Auf Sekundarstufe II hat das «starke Geschlecht» zwar noch eine knappe Mehrheit. Aber die dürfte bald fallen, stieg doch der Frauenanteil in den letzten 15 Jahren von 40 auf knapp 49 Prozent.

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