Lädeli-Besitzerin: «Riesiger Umsatzbrocken fehlt – Existenzängste»

Das Feuerwerksverbot wegen der Trockenheit trifft im Kanton Bern auch Händler. Umsätze brechen weg – es wird sogar von Existenzängsten gesprochen.

Feuerwerk
Der Kanton Bern hat kürzlich ein sofortiges Feuerwerksverbot für das gesamte Kantonsgebiet beschlossen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen der Trockenheit gilt im gesamten Kanton Bern ein Feuerwerks-Verbot.
  • Das trifft auch Händler – Stärnehimu Feuerwerk in Bern hat seinen Laden geschlossen.
  • Auch ein Lädeli in Konolfingen BE verkauft wegen des Verbots kein Feuerwerk.
  • Der Besitzerin fehle nun ein «riesiger Umsatzbrocken» – sie spricht von Existenzängsten.

Vorabend des 1. August 2025 an der Monbijoustrasse in Bern: Um die 60 Menschen warten vor dem Feuerwerksgeschäft Stärnehimu darauf, den Laden betreten zu können.

Das zeigte eindrücklich: Frauen, Männer, Jugendliche, Kinder und Familien – für viele gehört das Feuerwerk zum Nationalfeiertag einfach dazu.

Feuerwerk 1. August Bern
Vorabend des 1. August 2025: Der Ansturm auf das Feuerwerksgeschäft Stärnehimu in Bern ist riesig. - BärnerBär

Davon ist in diesem Jahr nichts mehr zu sehen. Denn der Kanton Bern hat kürzlich ein Feuerwerks-Verbot für das gesamte Kantonsgebiet beschlossen. Verboten ist das Zünden von Feuerwerkskörpern und Raketen sowie anderen pyrotechnischen Gegenständen. Auch Himmelslaternen dürfen nicht steigen gelassen und Höhenfeuer nicht angezündet werden.

Grund für die Massnahme sind die aktuelle Hitzewelle, die anhaltende Trockenheit und die damit verbundene Waldbrandgefahr.

Soll Feuerwerk am 1. August dauerhaft verboten werden?

Für die Feuerwerksgeschäfte hat das gravierende Folgen. Ihnen bleibt oft nichts anderes übrig, als ihre Türen vorerst zu schliessen.

«Wir schliessen den Laden bis auf Weiteres», schreibt der Stärnehimu auf seiner Webseite. «Wir werden euch informieren, sobald bekannt ist, wann der Stärnehimu das nächste Mal geöffnet ist.»

Auch Bugano aus Neudorf LU hat seinen Onlineshop vorübergehend geschlossen. Zudem finden die geplanten Zeltverkäufe – unter anderem in Studen BE – dieses Jahr nicht statt.

«Habe schon Existenzängste»

Das Feuerwerks-Verbot trifft aber nicht nur spezialisierte Feuerwerksverkäufer. Auch kleinere Geschäfte, die rund um den Nationalfeiertag Feuerwerk im Sortiment führen, müssen auf wichtige Umsätze verzichten.

So etwa Nunzia Kläy. Sie führt eine Papeterie in Konolfingen BE.

«Das ist ein riesiger Umsatzbrocken, der fehlt und nicht mehr kommt. Wir haben schon 40 Prozent Umsatzeinbussen wegen der Baustelle. Das dauert jetzt schon seit Anfang April und dauert noch bis Oktober», sagt Kläy in einem Interview mit «Bern-Ost».

Und gesteht: «Ich habe schon Existenzängste.»

Corona sei auch schlimm gewesen, aber da sei man vom Kanton entschädigt worden und es habe Kurzarbeit gegeben.

Obwohl der Verkauf von Feuerwerk nicht verboten ist, kommt dieser für Kläy nicht infrage. «Wenn es so trocken ist, kann ich nicht dazu stehen, Feuerwerk zu verkaufen», meint sie. «Wenn etwas passieren würde, hätte ich ein schlechtes Gewissen. Also lassen wir es sein.»

Zudem hätten sie gar keinen Materialcontainer bestellt. «Wir gingen davon aus, dass es wegen der Trockenheit soweit kommen könnte», erklärt die Papeterie-Besitzerin bei «Bern-Ost».

Magst du Feuerwerke?

Übrigens: Ganz auf Feuerwerk verzichten müssen Pyro-Fans im Kanton Bern am 1. August nicht. Erlaubt bleiben Feuerwerke auf Seen – beispielsweise auf dem Thunersee.

Die traditionellen Grossfeuerwerke auf dem See finden um 21.50 Uhr vor Gunten und um 22.15 Uhr zwischen Oberhofen und Hilterfingen statt.

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