Läckerli Huus entfernt Baslerstab aus Logo – Kunden findens schade
Das neue Logo des Läckerli Huus soll besser lesbar und ruhiger sein. Künftig soll die Basler Herkunft einzig im Schriftzug ausgedrückt werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Im Logo des Läckerli Huus findet man künftig keinen Baslerstab mehr.
- Das Unternehmen will mit dem Redesign auch jüngere Zielgruppen erreichen.
- Ein Markenexperte warnt vor dem Verlust des starken Herkunftssymbols.
Das Läckerli Huus putzt sich heraus. Das 120 Jahre alte Basler Traditionsunternehmen hat ein neues Logo.
Der Schriftzug wirkt nun moderner und ist einfacher lesbar. Und das Läckerli Huus tritt selbstbewusster auf: Aus «Basler Original» wird «Das Basler Original».
Während der Läckerli-Produzent seine Herkunft im Slogan stärker betont, verschwindet ein bisheriges Markenzeichen: der Baslerstab.
Dieser ist aus den Wappen der Kantone Basel-Stadt und Jura bekannt. Auch der Kanton Basel-Landschaft hat einen Baslerstab im Wappen, der allerdings statt nach links nach rechts zeigt. Auch im Logo des Bistums Basel kommt das Symbol vor.
«Als würde Apfel auf Apple-Produkten verschwinden»
Die Ankündigung auf Linkedin sorgt für Wirbel. Viele schreiben «schade», ein User bezeichnet den Minimalismus sogar als «schrecklich».
Es gibt aber auch Lob. «Gut gelungen» oder «klarer, moderner und trotzdem klarer Wiederkennung». «Der Stab sagt mir gar nichts und bleibt auch nicht in meinen Kopf. Sprich kann weg», so das Fazit einer Kundin.

Markenexperte Stefan Vogler findet den Wegfall des Ursymbols der Marke «schlimm», wie er auf Linkedin schreibt. «Man stelle sich vor, der Apfel auf den Apple-Produkten würde verschwinden.»
Gegenüber Nau.ch führt er aus: «Die Wortmarke ‹Basler Läckerli Huus› ist zwar zu einer bekannten und beliebten Marke geworden. Sie ist aber ein generischer Begriff und somit schwach kennzeichnend.»
Der Baslerstab hingegen sei ein «sehr starkes Markensymbol mit Signalwirkung» – mit klarem Verweis auf die Herkunft.
Auch Schrift wird angepasst
Vogler findet es zudem schade, «dass die charaktervolle, eigenständige Fraktur-Schrift, die man fast nirgends mehr sieht, zu stark geglättet wurde.»
Trotz der Kritik glaubt der Experte nicht, dass das neue, modern anmutende Logo Auswirkungen auf den Absatz der Marke habe.
Denn die Konsumentinnen und Konsumenten lernten schnell. «Immer, wenn ein bekanntes Logo geändert wird, gibt es Befürworter und Gegner. In der Regel verstummen diese aber rasch.»
Baslerstab gibt es noch keine 120 Jahre im Logo
Von Nau.ch auf die Kritik angesprochen, reagiert Miriam Baumann, Geschäftsführerin des Läckerli Huus, gelassen. «Wir freuen uns, dass unsere Marke unsere Kunden und Kundinnen bewegt und sie daran Anteil nehmen.»
Sie verweist zudem darauf, dass der Baslerstab erst beim letzten Redesign vor rund 15 Jahren eingeführt wurde.

Das Symbol, das viele wohl eng mit der Marke verbinden, ist also noch gar nicht so lange Teil des Logos. Damals ersetzte es das Schweizerkreuz.
Bei der aktuellen Neugestaltung spricht Baumann von einem «sanften Redesign». «Wir verstehen die Anpassung als Weiterentwicklung unseres Markenauftritts, nicht als komplette Neupositionierung.»

Das Läckerli Huus wolle seine Herkunft damit vielmehr in die Zukunft bringen. «Unsere charakterliche Frakturschrift und damit ein wichtiges Element unserer Markenidentität bleiben erhalten.» Auch an den Produkten ändere sich nichts.
Ziel sei es, Tradition mit einer zeitgemässen Gestaltung zu verbinden.
Keine Rückkehr zum alten Logo geplant
«Das Erscheinungsbild soll klarer, luftiger und besser lesbar werden und gleichzeitig auch jüngere Zielgruppen ansprechen», sagt Baumann. Ohne Baslerstab soll das Logo zudem ruhiger wirken.
Nun steht die Umstellung an. Bald soll das Logo auf Verpackungen, Kommunikationsmitteln und Filialbeschriftungen zu finden sein.
Die Geschäftsführerin betont, dass das Redesign «geplant, durchdacht und gewollt» sei. «Wir haben also nicht vor, zum bisherigen Logo zurückzukehren», sagt sie.











