Es gebe laut Knutti sehr viele Firmen, die sich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzten, wie sie ihre Treibhausgasemissionen auf 0 herunterbringen könnten.
Der ETH-Professor Reto Knutti ist überzeugt, dass es in der Klimapolitik kein Zurück mehr gibt und die Wirtschaft die Klimapolitik bereits antizipiert. (Archivbild)
Der ETH-Professor Reto Knutti ist überzeugt, dass es in der Klimapolitik kein Zurück mehr gibt und die Wirtschaft die Klimapolitik bereits antizipiert. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das Wichtigste in Kürze

  • «Während die Politik stillstand, hat die Wirtschaft vorwärtsgemacht», sagt Reot Knutti.
  • Die Firmen sähen nach Angaben des ETH-Professors neue Markt- und Profilierungschancen.

Die Signale aus der Wirtschaft zur Klimapolitik stimmen nach Ansicht von Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich, zuversichtlich. Die Wirtschaft sei der Klimapolitik einen Schritt voraus.

Es gebe sehr viele Firmen, die sich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzten, wie sie ihre Treibhausgasemissionen auf null herunterbringen könnten, sagte Knutti in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Sie suchten den Austausch mit der Wissenschaft.

Die Palette reiche von staatsnahen Betrieben wie den SBB oder der Swisscom bis hin zu privaten Ingenieursbüros, Banken und Bauunternehmen. Nachhaltigkeit sei dort nicht mehr ein links-grünes Thema in einer Pro-Forma-Nachhaltigkeitsabteilung, sondern Chefsache.

«Wirtschaft hat vorwärtsgemacht»

«Während die Politik stillstand, hat die Wirtschaft vorwärtsgemacht», so Knutti weiter. Die Wirtschaft habe die Politik überholt, weil sie die kommende Gesetzgebung antizipiert habe. Die Firmen sähen neue Markt- und Profilierungschancen.

Das C02-Gesetz sei zwar in einem ersten Anlauf vor einem Jahr vom Schweizer Volk abgelehnt worden. Den Unternehmen sei aber bewusst, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis ein neuer Anlauf komme. Entscheidend sei zudem die Gesetzgebung in der EU.

Der Green New Deal mache der Wirtschaft strenge Auflagen. Und das betreffe auch die Exportwirtschaft in der Schweiz. Die Wirtschaft habe erkannt, dass es zu riskant sei, nicht zu tun.

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