Appenzellerland

    Kloster Wonnenstein: Nutzungs-Ideen sind gefragt!

    Franz Welte
    Franz Welte

    Herisau,

    Der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein hat für die künftigen Klosterangebote eine Vision. Bis 16. Oktober können kreative Ideen eingebracht werden.

    Luftaufnahme des Klosterareals mit dem Pächterhaus und Stall (rechts).
    Luftaufnahme des Klosterareals mit dem Pächterhaus und Stall (rechts). - zVg

    Gesucht sind Menschen mit Ideen, die Lust haben, das Klosterareal mitzugestalten und mit kulturellen Darbietungen zu bereichern. Weiterhin beteuert der Verein, dass er bestrebt ist, einer klösterlichen Gemeinschaft Raum zu bieten.

    Daneben soll aber auch Raum für Wohnen, gewerbliches Arbeiten und Spiritualität zur Verfügung gestellt werden. Konkret ermöglicht werden soll persönliches Wohnen in verschiedenen Formen, einzeln, in Familien, gemeinschaftlich und generationenübergreifend.

    Allenfalls können mehrere bestehende Zellen zu einer Wohnung zusammengelegt werden. Ein Gemeinschaftsraum für die Wohnenden und eine Nutzung des Klostergartens mit seinen Pflanzen sind ebenfalls vorgesehen.

    Es sollen aber auch Praxen sowie Ateliers für Klein- und Kunstgewerbe Platz finden. Die Klosterschenke soll nach 60 Jahren wieder eröffnet worden. Das zukünftige gastronomische Angebot wird noch evaluiert, denkbar sind einfache Gerichte, aber auch ein gehobenes Niveau mit Bedienung von Banketten und Apéros.

    Die letzte Schwester, Schwester Scolastica, musste auf Geheiss von Rom und Bischof das Kloster verlassen.
    Die letzte Schwester, Schwester Scolastica, musste auf Geheiss von Rom und Bischof das Kloster verlassen. - Franz Welte

    Schon heute können allerdings Räume für private oder öffentlichen Veranstaltungen gemietet werden.

    Kirche soll Sakralraum bleiben

    Die Klosterkirche, die in den Jahren 2022 bis 2024 mustergültig renoviert worden ist, ohne das Klostervermögen anzutasten, bleibt als Sakralraum bestehen dient und soll weiterhin primär den Gottesdiensten dienen, aber auch für verschiedene Arten von Kulturanlässen zur Verfügung stehen. Weiter bleibt auch das Angebot der Klosterapotheke bestehen.

    Es wird heute nach klösterlichen Originalrezepten auswärts hergestellt und es wird evaluiert, Herstellung und Vertrieb ins Kloster zurückzuholen. Das Kloster soll gesamthaft ein Kompetenzzentrum werden, wenn es um Wonne geht, wie der Verein beteuert.

    Inhaber des Klosterareals

    Der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein, der von den Altherren der St. Galler Studentenverbindung Bodania hervorgegangen ist, ist seit 2014 Inhaber des gesamten Areals inklusive des Pächterhauses, das komplett renoviert worden ist.

    Immer wieder ist über die Zukunft des Klosters gestritten worden. Befürchtet wurde eine vollständige Kommerzialisierung. Scolastica, die letzte Schwester, verliess letztes Jahr nach langem Kampf für ein Verbleiben nach 61 Jahren das Kloster.

    Sie musste sich einer Operation unterziehen und nach einer Weisung von Papst und Bischof das Kloster verlassen. Sie wohnt heute im Kurhaus Marienberg in St. Pelagiberg, wobei die Kosten vom Verein der «Bodanier» getragen werden.

    Hast du die Geschichte rund um das Kloster verfolgt?

    Die gerichtlich angestrebte Herausgabe ihres seinerzeit in die Gemeinschaft eingebrachten Vermögens muss nach abschlägigen Urteilen in Appenzell jetzt noch vom Bundesgericht beurteilt werden.

    Letztes Jahr wurde bekannt, dass das Kloster ab Ende dieses Jahres von der Gemeinschaft der Schwestern von Maria Stella Matutina bewohnt werden würde.

    Nach Kritiken an dieser Gemeinschaft entschied das Bistum St. Gallen, die Gemeinschaft nicht aufzunehmen. Das hat auch mit der Geschichte des Ordens zu tun.

    IG Wonnenstein als Gegengewicht

    Die IG Wonnenstein mit 880 Mitgliedern, die nicht mit dem Verein der «Bodanier» zu verwechseln ist und ein Gegengewicht darstellt, bemühte sich um das Verbleiben von Schwester Scolastica im Kloster und wandte sich energisch gegen eine Kommerzialisierung der Anlage.

    Es wurde und wird gefordert, dass dem Anliegen, das Kloster zu erhalten, alles untergeordnet wird. Sie spricht noch heute von einer «illegalen Klosterübernahme», welche korrigiert werden sollte.

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in den «Herisauer Nachrichten» erschienen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #1168 (nicht angemeldet)

    Man sollte ein Museum daraus machen über die Geschichte der Menschheit und dem Verhalten der Kirche. Zum Beispiel die Kolonialisierung von anderen Ländern unter dem Joch des Kreuzes. Gutes Beispiel wären Zeit in Kanada, als Indigenen die Kinder entrissen wurden um sie ihrer Kultur zu entreißen. Oder das Thema Hexenverfolgung aufarbeiten, Platz genug ist ja wohl vorhanden. Weiteres Thema wäre zum Beispiel noch die Aufarbeitung der Schweiz während der Sklavenzeit, mit allen Namhaften die sich damals bereichert haben. Wir sehen, es gibt sehr viele Interessante Themen um die leeren Räume dieses Palastes zu füllen. Danke.

    User #3672 (nicht angemeldet)

    Wonnenstein? Wonne? Es hat genügend Chambres séparées, oder?

    Weiterlesen

    Die Kräuterspirale im Kloster Fahr.
    Gewusst?
    3 Interaktionen
    Basel
    fifa
    12 Interaktionen
    Fifa-Buch

    MEHR AUS APPENZELLERLAND

    Kanton Appenzell Innerrhoden
    Kanton Appenzell Innerrhoden
    Schwellbrunn
    Schweizer Franken Währung Geldschein
    Schwellbrunn AR