Kloster Wonnenstein: Nutzungs-Ideen sind gefragt!
Der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein hat für die künftigen Klosterangebote eine Vision. Bis 16. Oktober können kreative Ideen eingebracht werden.

Gesucht sind Menschen mit Ideen, die Lust haben, das Klosterareal mitzugestalten und mit kulturellen Darbietungen zu bereichern. Weiterhin beteuert der Verein, dass er bestrebt ist, einer klösterlichen Gemeinschaft Raum zu bieten.
Daneben soll aber auch Raum für Wohnen, gewerbliches Arbeiten und Spiritualität zur Verfügung gestellt werden. Konkret ermöglicht werden soll persönliches Wohnen in verschiedenen Formen, einzeln, in Familien, gemeinschaftlich und generationenübergreifend.
Allenfalls können mehrere bestehende Zellen zu einer Wohnung zusammengelegt werden. Ein Gemeinschaftsraum für die Wohnenden und eine Nutzung des Klostergartens mit seinen Pflanzen sind ebenfalls vorgesehen.
Es sollen aber auch Praxen sowie Ateliers für Klein- und Kunstgewerbe Platz finden. Die Klosterschenke soll nach 60 Jahren wieder eröffnet worden. Das zukünftige gastronomische Angebot wird noch evaluiert, denkbar sind einfache Gerichte, aber auch ein gehobenes Niveau mit Bedienung von Banketten und Apéros.

Schon heute können allerdings Räume für private oder öffentlichen Veranstaltungen gemietet werden.
Kirche soll Sakralraum bleiben
Die Klosterkirche, die in den Jahren 2022 bis 2024 mustergültig renoviert worden ist, ohne das Klostervermögen anzutasten, bleibt als Sakralraum bestehen dient und soll weiterhin primär den Gottesdiensten dienen, aber auch für verschiedene Arten von Kulturanlässen zur Verfügung stehen. Weiter bleibt auch das Angebot der Klosterapotheke bestehen.
Es wird heute nach klösterlichen Originalrezepten auswärts hergestellt und es wird evaluiert, Herstellung und Vertrieb ins Kloster zurückzuholen. Das Kloster soll gesamthaft ein Kompetenzzentrum werden, wenn es um Wonne geht, wie der Verein beteuert.
Inhaber des Klosterareals
Der Verein Kloster Maria Rosengarten Wonnenstein, der von den Altherren der St. Galler Studentenverbindung Bodania hervorgegangen ist, ist seit 2014 Inhaber des gesamten Areals inklusive des Pächterhauses, das komplett renoviert worden ist.
Immer wieder ist über die Zukunft des Klosters gestritten worden. Befürchtet wurde eine vollständige Kommerzialisierung. Scolastica, die letzte Schwester, verliess letztes Jahr nach langem Kampf für ein Verbleiben nach 61 Jahren das Kloster.
Sie musste sich einer Operation unterziehen und nach einer Weisung von Papst und Bischof das Kloster verlassen. Sie wohnt heute im Kurhaus Marienberg in St. Pelagiberg, wobei die Kosten vom Verein der «Bodanier» getragen werden.
Die gerichtlich angestrebte Herausgabe ihres seinerzeit in die Gemeinschaft eingebrachten Vermögens muss nach abschlägigen Urteilen in Appenzell jetzt noch vom Bundesgericht beurteilt werden.
Letztes Jahr wurde bekannt, dass das Kloster ab Ende dieses Jahres von der Gemeinschaft der Schwestern von Maria Stella Matutina bewohnt werden würde.
Nach Kritiken an dieser Gemeinschaft entschied das Bistum St. Gallen, die Gemeinschaft nicht aufzunehmen. Das hat auch mit der Geschichte des Ordens zu tun.
IG Wonnenstein als Gegengewicht
Die IG Wonnenstein mit 880 Mitgliedern, die nicht mit dem Verein der «Bodanier» zu verwechseln ist und ein Gegengewicht darstellt, bemühte sich um das Verbleiben von Schwester Scolastica im Kloster und wandte sich energisch gegen eine Kommerzialisierung der Anlage.
Es wurde und wird gefordert, dass dem Anliegen, das Kloster zu erhalten, alles untergeordnet wird. Sie spricht noch heute von einer «illegalen Klosterübernahme», welche korrigiert werden sollte.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Herisauer Nachrichten» erschienen.








