Stadt Basel

    Archäologen finden in Basel einzigartige mittelalterliche Heizung

    Keystone-SDA
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    Basel,

    Archäologen haben in Basel bei Umbauarbeiten eine fast vollständig erhaltene Warmluftheizung aus dem Mittelalter entdeckt. Der Fund auf dem Areal des ehemaligen Klosters Gnadental gilt als schweizweit einzigartig.

    Blick in die entdeckte Warmluftheizung in Basel.
    Blick in die entdeckte Warmluftheizung in Basel. - Handout: Kanton Basel-Stadt/José Cano Correa

    Die Heizungsanlage kam im Innenhof der früheren Gewerbeschule am Petersgraben 52 zum Vorschein, wie die Archäologische Bodenforschung des Präsidialdepartements am Mittwoch mitteilte. Sie befand sich unter den Mauern und Mörtelböden des ehemaligen mittelalterlichen Frauenklosters Gnadental und beheizte vermutlich den Speiseraum der Gemeinschaft.

    Die Fachleute datierten die Anlage aufgrund bauhistorischer Überlegungen auf das 13. bis 14. Jahrhundert. Die Konstruktion bestand gemäss Mitteilung aus einer unterirdischen Kammer mit Steinen zur Wärmespeicherung und einem darunterliegenden Feuerungskanal. Durch acht verschliessbare Öffnungen strömte die warme Luft in den darüberliegenden Raum.

    Schweizweit einzigartiger Fund

    Funde von solchen Steinkammer-Luftheizungen sind in der Schweiz sehr selten, wie es hiess. Der Basler Fund sei wegen seines nahezu vollständigen Erhalts schweizweit einzigartig und zähle auch im europäischen Vergleich zu den bedeutendsten Beispielen. Der Fund soll in das Sanierungsprojekt am Petersgraben 52 integriert werden.

    Das Kloster Gnadental wurde um 1231 ausserhalb der damaligen Stadtmauer für Franziskaner errichtet. Diese zogen jedoch bereits 20 Jahre später in das neu gegründete Barfüsserkloster. Danach beherbergten die Gebäude Zisterzienserinnen und Klarissen. Seinen Namen erhielt das Kloster 1279 von Laienschwestern aus Gnadenthal bei Niederwil AG. Diese wurden in den Orden der Klarissen eingegliedert und blieben dort bis zur Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation.

    Nach der Reformation wurden die Klostergebäude teilweise weitergenutzt. So entstand 1573 ein Kornhaus, für das Bausubstanz des Klosters, insbesondere der Kirche, verwendet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Kornhaus abgerissen, um Platz für die Gewerbeschule zu schaffen. Damit verschwanden die letzten sichtbaren Reste des Klosters. Erst die aktuellen Ausgrabungen brachten die Überreste wieder zutage.

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