Kita-Betreuer wechselt den Job wegen Pädo-Verdächtigungen
Missbrauchsfälle haben das Vertrauen in Schweizer Kitas und männliche Betreuer erschüttert. Ein Betreuer wechselt wegen Pädo-Verdächtigungen nun sogar den Job.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor Kurzem wurden mehrere Missbrauchsfälle an Schweizer Kitas bekannt.
- Das verunsichert die Eltern, aber auch männliche Betreuer, die Misstrauen spüren.
- Ein Kita-Betreuer hat aufgrund der Verdächtigungen gar seinen Job an den Nagel gehängt.
Rund ein Drittel der Schweizer Kinder besucht sie regelmässig – die Kita.
Eltern liefern ihre Kinder dort ab, weil sie beide arbeiten, oder sich in Ruhe um den Haushalt kümmern wollen. Aber auch, damit ihre Kinder öfter mit Gleichaltrigen in Berührung kommen und Sozialkompetenz lernen.
Wer sein Kind Fremden zur Betreuung überlässt braucht vor allem eines: Vertrauen. Doch genau dieses ist in der Schweiz wegen mehreren Missbrauchsfällen in Kitas verloren gegangen.
«Sie haben ihre Kinder nicht in unseren Betrieb geschickt, weil ich als Mann dort arbeite»
Zu spüren bekommen dies vor allem Männer, die in Kitas als Betreuer arbeiten. Denn: Sie sind im Feld der Kinderbetreuung eine Minderheit. Und stehen nun kollektiv unter einem Pädo-Verdacht.
Das geht sogar so weit, dass auf Social Media gefordert wird, Männer künftig aus Kitas auszuschliessen.
Kinderbetreuer Fabian Moser berichtet gegenüber SRF dazu: «Eltern haben sich kritisch gegenüber mir als Mann geäussert.»
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Sie hätten Bedenken geäussert, diese seien aber immer inkonkret geblieben, erzählt er. Doch: «Sie haben ihre Kinder nicht in unseren Betrieb geschickt, weil ich als Mann dort arbeite.»
Kinderbetreuer kündigt wegen Generalverdacht
Für Moser sind solche Reaktionen der Eltern unverständlich. Er fühlt sich unter Generalverdacht gestellt, was den Kinderbetreuer stark belastet.
So sehr, dass er seine Stelle kündet. Doch damit endet die Belastung für Moser nicht. Denn: Er sieht sich nach seiner Kündigung mit Gerüchten der Eltern konfrontiert.
Diese besagen, er habe die Kita wegen vergangenen Vorfällen verlassen. Auch wird ein Zusammenhang zwischen vergangenen Missbrauchsfällen in Winterthurer und Berner Kitas und dem Kinderbetreuer hergestellt.
«Das ist etwas, was mich sehr getroffen hat», klagt Moser. «Das war für mich sehr schwierig.»
Mittlerweile hat er sich neu orientiert. Moser arbeitet nun an einer Primarschule in Bern in der Tagesbetreuung.
«Mein Dasein als Mann macht mich nicht zu einem Täter»
Nicht unter Generalverdacht gestellt fühlt sich Kita-Betreuer Jonathan Agoües. Er hat noch kein Misstrauen erlebt.

Gegenüber der «Rundschau» erklärt er: «Mein Dasein als Mann macht mich nicht zu einem Täter. Auch nicht zu einem potenziellen Täter.»
Für ihn ist Kinderbetreuung keine reine Frauensache, das sei ein «Steinzeit-Denken». Wichtig sei nun, die Missbrauchsfälle sauber aufzuarbeiten, um solche Taten künftig zu verhindern.








