Gruppenleiter soll in zwei Kitas 15 Kinder missbraucht haben

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    Bern,

    Ein Kita-Betreuer soll mehrere Kleinkinder wiederholt sexuell missbraucht haben. Die Taten hielt er auf Kamera fest. Der Prozess beginnt im April.

    Kita-Betreuer Missbrauch
    Ein Kita-Betreuer soll 15 Kleinkinder missbraucht haben. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein 33-jähriger Betreuer soll mindestens 15 Kinder missbraucht haben.
    • Über 800 kinderpornographische Dateien fand die Polizei bei dem Mann.
    • Trotz früher Hinweise fand der Mann nach Entlassung erneut Arbeit in einer Kita.

    Ein Gruppenleiter einer Kindertagesstätte wurde im Frühling 2024 verhaftet: Dem 33-Jährigen werden 50 Übergriffe an mindestens 15 Kindern vorgeworfen. Auch Nau.ch berichtete.

    Jetzt wird die Anklageschrift bekannt: Die sexuellen Übergriffe ereigneten sich laut «SRF» während eineinhalb Jahren in zwei Kitas in Winterthur ZH und im Raum Bern.

    Der Betreuer soll die Kinder in verschiedenen Räumen missbraucht haben – auf Toiletten, im Schlafsaal und sogar im Hauptraum. Ausserdem fertigte der Mann Videoaufnahmen seiner Taten an.

    Die Opfer waren zwischen einem und vier Jahren alt. Die Mehrheit davon sind Mädchen.

    Nach Entlassung fand er neuen Job

    Im Sommer 2022 meldete sich laut «SRF» eine besorgte Mutter bei der Winterthurer Kita-Leitung. Ihre vierjährige Tochter hatte von Übergriffen erzählt. Die Kindertagesstätte reichte daraufhin eine Strafanzeige bei der Zürcher Kantonspolizei ein.

    Die Ermittlungen wurden jedoch im Mai 2023 eingestellt. Das Kind schwieg bei der polizeilichen Einvernahme.

    Auch der Beschuldigte verweigerte die Aussage. Die Zürcher Staatsanwaltschaft sagt: «Trotz umfangreicher Ermittlungen liess sich kein Tatverdacht hinreichend erhärten.»

    Die Ermittlungen wurden zwar eingestellt, die Winterthurer Kita entliess den Gruppenleiter aber trotzdem. Ein Jahr später, im Sommer 2023, fand er eine neue Stelle in einer Berner Kita. Die neue Arbeitgeberin holte Referenzen ein, die positiv ausfielen.

    Das Problem: Die Winterthurer Kita war aufgrund laufender Ermittlungen zum Stillschweigen verpflichtet.

    Polizei findet über 800 kinderpornografische Dateien

    Im Februar 2024 verhaftete die Berner Kantonspolizei den Mann schliesslich wegen Kinderpornografie-Verdachts. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler über 800 Bilder und Videos mit kinderpornografischem Inhalt. Darunter befanden sich auch Aufnahmen der Übergriffe aus den Kitas.

    Die Staatsanwaltschaft Bern klagt den Mann wegen Schändung, sexueller Nötigung, Vergewaltigung und sexuellen Handlungen mit Kindern an. Sein Verteidiger bestätigte, dass der Betreuer gestanden hat, 15 Kleinkinder missbraucht zu haben. Der Mann befindet sich derzeit in vorzeitigem Massnahmenvollzug.

    Brauchst du Hilfe?

    Bist du Opfer von sexualisierter Gewalt geworden? Die Opferhilfe hilft dir dabei, die Erfahrung zu bewältigen und informiert dich über deine Rechte und weitere Schritte: www.opferhilfe-schweiz.ch.

    Der Prozess findet Ende April vor dem Regionalgericht Bern statt. Aufgrund der Geständnisse und Filmaufnahmen gilt eine Verurteilung als sehr wahrscheinlich, wie «SRF» schreibt. Trotzdem gilt die Unschuldsvermutung.

    Strafanzeige gegen Berner Kita

    Laura Jost vertritt als Opferanwältin sieben betroffene Familien. «Es handelt sich um einen dermassen systematischen Missbrauch: Hier muss es Mängel in der Organisation gegeben haben», sagte sie zum Sender.

    Jost reichte im Herbst 2025 eine Strafanzeige gegen die Berner Kita-Leitung ein. Der Vorwurf lautet: Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht.

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    Kommentare

    User #5926 (nicht angemeldet)

    „Trotz früher Hinweise fand der Mann nach Entlassung erneut Arbeit in einer Kita.“ Was ist hier alles falschgelaufen?

    User #4858 (nicht angemeldet)

    Grün und Links ist übrigens gegen das zukünftige Berufsverbot mit Kindern für Täter. Dont forget.

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