KI-Protestler stellen Camp auf – Polizei rückt mit Grossaufgebot an
In Benken ZH stellten KI-Gegner im Tagesverlauf ein Protestcamp auf. Nun kam es zu einem Polizei-Grossaufgebot, das eigentlich bewilligte Camp muss weichen.

Das Wichtigste in Kürze
- Vom Donnerstag an planten KI-Gegnerinnen und -Gegner in Benken ZH ein Protestcamp.
- Daraus wird nun wohl nichts. Die Polizei ist mit einem Grossaufgebot angerückt.
- Die Aktivistinnen und Aktivisten müssen das Camp bis Freitagabend räumen.
- Ob sie der Polizei-Deadline nachkommen werden, wissen sie noch nicht.
Dem linken Aktionskollektiv «Aufstände der Allmende» ist sie ein Dorn im Auge: die KI.
Bereits Mitte Mai erklärte ein Aktivist der Gruppe gegenüber Nau.ch, der Ausbau von KI-Infrastruktur müsse gestoppt werden.
Man plane deshalb «kreative Aktionen» und «militante Formen des Widerstands».
Protestcamp hätte eine Woche stehen sollen
Eine kreative Aktion hätte denn ab dem heutigen Donnerstag in Benken im Kanton Zürich stattfinden sollen. Dort stellten Aktivisten auf dem Land eines Bauers – er hatte es zur Verfügung gestellt – ein Protestcamp auf.
Eine Woche hätte man in diesem Protestcamp leben wollen, heisst es aus dem Kreis der Aktivistinnen und Aktivisten gegenüber Nau.ch. Über die Anzahl Menschen, die sich im Protestcamp hätten aufhalten sollen, wollte sich die Mediensprecherin des Kollektivs nicht äussern. Am Donnerstag waren 40 bis 50 Personen vor Ort.
Mit dem Camp habe man auf das Datenzentrum aufmerksam machen wollen, welches in Beringen SH gebaut werde. Dieses würde den Stromverbrauch des Kantons Schaffhausen in die Höhe schiessen lassen, so das Kollektiv.
Das Problem sei, dass KI künftig sehr viel Wasser und Energie verbrauchen werde. Das sei für das Weltklima eine Bedrohung.
«Gewaltvoller» Polizeieinsatz
Doch aus dem Protestcamp wird wohl nichts, denn: Die Kantonspolizei Zürich rückte am Nachmittag wegen einer fehlenden Bewilligung von der Gemeinde zu einem Grosseinsatz aus.

Man habe die Campteilnehmenden mit Hunden und Drohnen zusammengetrieben, heisst es vom Kollektiv. Dann seien Personenkontrollen durchgeführt worden.
Die Aktivistinnen und Aktivisten monieren, den Einsatz habe die Polizei ohne rechtliche Verfügung des Gemeinderates durchgeführt. Auf Social Media klagen sie zudem über einen «gewaltvollen» Einsatz.
Aktivisten ziehen in die Region Schaffhausen um
Die Polizei ist inzwischen abgerückt, ohne Festnahmen oder Wegweisungen vorzunehmen, erklärt sie gegenüber Nau.ch.
Sie hat den Aktivistinnen und Aktivisten jedoch eine Deadline gegeben. Bis Freitagabend um 18.00 Uhr muss das Camp geräumt werden.

Dieser Frist kamen die Aktivisten nach. Sie brachen das Camp ab und wollen es in den nächsten Tagen in der Region Schaffhausen weiterführen.








