Journalist beobachtet Barbershop tagelang: Nur 10 Kunden
Barbershops liegen im Trend. Doch längst nicht alle Shops scheinen wirtschaftlich zu arbeiten. Wie kann es sein, dass sich einige trotzdem jahrelang halten?

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz gibt es viele Barbershops, doch längst nicht alle scheinen zu rentieren.
- Trotzdem gibt es Läden, die bereits seit mehreren Jahren offen sind – trotz wenig Kundschaft.
- Der Verdacht liegt nahe, dass sich die Barbershops mithilfe von Geldwäsche und Lohndumping über Wasser halten.
Sie sind aus dem Ortsbild vieler Schweizer Städte nicht mehr wegzudenken: die Barbershops.
Denn der Trend zu einer gepflegten Frisur und einem gepflegten Bart bei Männern ist in den vergangenen Jahren grösser geworden. Ein Grund dafür, wieso immer mehr Barbershops eröffnen.
Doch beim genauen Hinsehen fällt oftmals auf, dass viele der Läden gar nicht gut besucht sind. Trotzdem bleiben sie teils über Jahre bestehen.
Wie kann das aufgehen?
Barbershop hat nur zehn Kunden täglich
Dieser Frage ist auch RTS nachgegangen. Und hat die Kundenanzahl eines gut laufenden Barbershops in Genf mit zwei Billig-Barbershops in Lausanne verglichen, die kaum besucht werden.
Es zeigt sich: Pro Mitarbeiterin oder Mitarbeiter frisiert der Genfer Shop täglich 18 Kundinnen und Kunden. Damit schreibt der Barbershop Ende Jahr ein Plus.
Anders sieht es derweil in Lausanne aus. Ein Billig-Barbershop in einem Aussenquartier hat pro arbeitende Person nur rund 10 Mal pro Tag Kundschaft.

Das zeigt sich, als ein Rechercheteam des Westschweizer Fernsehens den Salon eine ganze Woche lang observiert. Deutlich weniger Kundschaft also als am gut laufenden Genfer Standort.
Shop macht seit Jahren Verluste und bleibt trotzdem offen
Das kann nicht aufgehen, findet auch Damien Ojetti, Präsident des Verbands der Schweizer Coiffeurgeschäfte. Er rechnet bei «10 vor 10» vor, wie viel Umsatz der betroffene Barbershop je angestellter Person machen müsste.
Und kommt zum Schluss: Der Lausanner Shop bräuchte täglich etwa 16 Mal Kundschaft – pro Person, die im Laden arbeitet. Eine Diskrepanz zu den 10 Personen, die den Salon aktuell täglich besuchen.
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Das bedeutet für den Barbershop einen herben Verlust. Besonders, weil die Flaute bei der Kundschaft laut RTS-Informationen schon länger anhält. Dennoch ist der Shop bereits seit 2018 geöffnet.
Es stellt sich die Frage: Halten sich solche Barbershops mit Geldwäsche über Wasser?
Geldwäsche? «Es gibt Verdachtsmomente»
Damien Ojetti meint dazu: «Vielleicht.»
Er wisse es nicht genau. Doch: «Es gibt Verdachtsmomente.»
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Einen weiteren Verdacht hegen die Gewerkschaften. Sie fürchten, die schlecht laufenden Barbershops würden die Verluste auf die Mitarbeitenden abwälzen und Lohndumping betreiben.
Ein System gegen diese Machenschaften hat man derweil in Bern entwickelt. Dort setzt man auf regelmässige Kontrollen, um schwarze Schafe in der Branche konsequent auszusieben.












