Jetzt kommen Berner Kontrollschilder aus dem Knast
Der Kanton Bern stellt seine Kontrollschilder mittlerweile selbst her. Als Produktionsstätte dient dabei ein eher ungewöhnlicher Ort: das Gefängnis.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit März produziert die JVA Thorberg für den Kanton Bern die Nummernschilder.
- Die Verantwortlichen sind mit dem bisherigen Verlauf zufrieden.
- Kritik äusserte im Vorfeld das Unternehmen, das zuvor den Auftrag hatte.
- Man könne mit den Preisen einer staatlichen Institution nicht mithalten, so die Firma.
Bekannterweise gibt es auch in Gefängnissen Arbeit zu verrichten. Seit März haben Häftlinge der Justizvollzugsanstalt Thorberg eine neue Tätigkeit: Sämtliche Berner Nummernschilder für Fahrzeuge werden dort nun produziert.
Gemäss dem Kanton beläuft sich die Zahl der pro Jahr produzierten Schilder auf etwa 130'000. Das Fazit nach etwas mehr als einem Monat ist dabei durchaus positiv.

«Es läuft sehr gut», sagt Markus Kreis, Bereichsleiter Arbeitsagogik Bildung, gegenüber «TeleBärn». Im Vorfeld habe es bereits ein Pilotprojekt gegeben – jedoch in deutlich kleinerem Rahmen. Daher habe es auch etwas Nervosität gegeben.
Auch der zuständige Arbeitsmeister in der JVA zeigt sich zufrieden. Die Beschäftigten seien so motiviert, wie er es schon lange nicht mehr erlebt habe, sagt er dem Lokalsender.
Sowohl Prägung als auch Einfärbung sowie Verpackung der Schilder übernimmt die JVA Thorberg.
Vorheriger Produzent ist unzufrieden
Ganz frei von Kritik blieb dieses Vorhaben des Kantons aber nicht. Einwände hatte die externe Firma, die zuvor mit der Produktion beauftragt war. Mit einer staatlichen Institution könne man preislich nicht mithalten, hiess es von deren Seite.

«Wir produzieren zu fairen Konditionen», sagt dazu Markus Kreis. Es handle sich sicher nicht um Dumping-Preise.








