Italienischer Botschafter lobt Zusammenarbeit mit Schweizer Justiz
Der italienische Botschafter Gian Lorenzo Cornado ist in die Schweiz zurückgekehrt. Nachdem er Ende Januar nach Rom zurückgerufen worden war, lobt er nun die Zusammenarbeit bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana.

Seit einem Treffen zwischen den italienischen und Schweizer Behörden von Ende März habe sich zwischen den Staatsanwaltschaften «eine gute Zusammenarbeit entwickelt», sagte der Botschafter in der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens SRF vom Dienstagabend. «Jetzt sind alle Voraussetzungen gegeben, um weiterhin freundschaftliche Beziehungen zur Schweiz zu pflegen.»
Italien hatte seinen Diplomaten am 24. Januar zurückgerufen, um die Missbilligung gegenüber den Ermittlungen der Schweizer Behörden zum Brand in Crans-Montana zum Ausdruck zu bringen. Cornado bezeichnete diese Geste gegenüber SRF als weder drastisch noch übertrieben, «wenn man die allgemeine Stimmung in Italien berücksichtigt».
Die italienische Regierung habe zwei Bedingungen für seine Rückkehr nach Bern gestellt, sagte der Botschafter zudem in der Nachrichtensendung des Westschweizer SRF-Pendants RTS: Zum einen «eine effektive Zusammenarbeit zwischen den Justizbehörden beider Länder», zum anderen ein gemeinsames Ermittlungsteam.
Letzteres habe Italien nicht erreicht. Die verstärkte Zusammenarbeit habe diese Forderung jedoch «übertroffen», sagte der Botschafter weiter. Der italienische Staatsanwalt habe mehr als 3000 Dokumente einsehen können, von welchen die Hälfte in den kommenden Wochen nach Rom übermittelt werde.
Dennoch sei Cornado der Ansicht, dass es keine Einmischung in die Ermittlungen durch Italien gegeben habe: «Es gab eine Konfrontation zwischen der Schweiz und Italien, aber in Offenheit und Loyalität», sagte er zu RTS. «Wie man es unter Freunden tut.»
Die Rückkehr Cornados wurde am Donnerstag bekannt gegeben, einen Tag nach einer Gedenkfeier für die Opfer von Crans-Montana in Anwesenheit von Vertretungen der italienischen Botschaft in Bern. Bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht kamen 41 Menschen ums Leben, 115 weitere wurden verletzt. Sechs der Verstorbenen und zahlreiche Verletzte kamen aus Italien.










