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    Neuer Uno-Botschafter setzt auf Schweizer Tugenden bei der Uno

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Der neue Botschafter der Schweiz an der Uno in New York Frank Grütter setzt auf Swissness. Mit typischen Schweizer Eigenschaften wie Dialogbereitschaft, Pragmatismus, Hartnäckigkeit und Innovationsfähigkeit will er mithelfen, die Uno zukunftsfähig zu machen.

    Frank Grütter
    Frank Grütter - keystone

    Der Diplomat mit über 25 Jahren Erfahrung kennt die Vereinten Nationen gut: Von 2018 bis 2022 leitete er die Abteilung für internationale Organisationen in Bern und führte die Kampagne der Schweiz für einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat. Zuletzt war er als Schweizer Botschafter in Singapur und Brunei Darussalam tätig.

    «Ich bin auch 20 Jahre nach meinem ersten Einsatz in New York überzeugt, dass die Uno eine unerlässliche, universelle Plattform für Dialog und Lösungsfindung ist, auch wenn Resultate manchmal lange auf sich warten lassen und Kompromisse notwendig sind», sagte Grütter der Nachrichtenagentur Keystone-SDA nach seinem Amtsantritt.

    Grütter, der zu Beginn seiner Karriere Anfangs des Millenniums bereits für vier Jahre an der Uno-Mission in New York war, ist die sechste Person, die die Schweizer Mission in New York nicht mehr als «ständiger Beobachter» sondern als voll berechtigter Botschafter seines Landes leitet. Er überreichte am 8. Mai Generalsekretär António Guterres sein Beglaubigungsschreiben.

    Während des Treffens haben die beiden die Rolle der Schweiz innerhalb des Uno-Systems diskutiert, insbesondere als Gastland internationaler Organisationen in Genf und Bern, als Brückenbauerin, die ihre guten Dienste anbietet, sowie als Verfechterin des Völkerrechts, der Menschenrechte und der nachhaltigen Entwicklung.

    Grütter betonte im Gespräch, dass die Schweiz mit ihrer Mitgliedschaft im Sicherheitsrat 2023 und 2024 viele Erfahrungen gemacht habe, die nun in ihre Arbeit an der Uno einflössen. «Die Uno ist ein Spiegel der Weltlage. Sie leidet unter den geopolitischen Spannungen und ist wegen einigen wichtigen zahlungssäumigen oder spät zahlenden Mitgliedstaaten in einer Liquiditätskrise», so der Botschafter.

    Es gebe aber auch positive Entwicklungen: Die grosse Mehrheit der Mitgliedstaaten stehe hinter der Uno. Mit dem Uno-Hochseeschutzabkommen und dem WHO-Pandemievertrag konnten in jüngster Zeit wichtige internationale Abkommen verabschiedet werden. Er stellte weiter fest, dass gerade wegen der Liquiditätskrise dieses Jahr so viele Staaten wie noch nie ihre Beitragszahlungen frühzeitig an die Uno geleistet hätten. «Es ist wichtig, neben allen Problemen auch das Positive zu sehen», so der Botschafter.

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    Kommentare

    User #5611 (nicht angemeldet)

    Joseph Deiss bewirkte fast nichts.

    edelweisz

    Frank Grütter, setzt bei der UNO auf Swissness und Schweizer Tugenden. Heisst das, eine nostalgische Fassade, die über mangelnde politische Ambitionen hinwegtäuschen soll oder sich hinter ‘Neutralität’ zu verstecken, um sich nicht festlegen zu müssen und trotzdem vom Schutzschirm der NATO und Stabilität des EU-Binnenmarktes zu profitieren, ohne entsprechende Lasten zu tragen oder globale Verantwortung zu übernehmen? Die Welt von 2026 braucht keine neutralen Beobachter, sondern Bündnispartner und verlangt nach koordiniertem, multilateralem Handeln. Politik, die auf das «Schweizer Modell» setzt, hat bereits den Anschluss an relevante und geopolitische Entscheidungsprozesse verloren.

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